Warum internationale Absolventen Deutschlands Fachkräftemangel lindern könnten
Christoph Koch IIWarum internationale Absolventen Deutschlands Fachkräftemangel lindern könnten
Deutschland bleibt das beliebteste Ziel für internationale Studierende außerhalb der englischsprachigen Länder. Viele kommen, um MINT-Fächer zu studieren – sie machen mehr als die Hälfte der gewählten Studiengänge aus. Doch während das Land mit einem wachsenden Fachkräftemangel konfrontiert ist, finden nicht alle Absolventen nach ihrem Studium problemlos eine Anstellung.
Ein neuer Bericht zeigt die entscheidenden Faktoren auf, die die Jobchancen internationaler Studierender verbessern. Wer Praktika absolviert, seine Abschlussarbeit in Kooperation mit einem Unternehmen schreibt oder einen studienrelevanten Nebenjob ausübt, hat deutlich bessere Aussichten auf einen erfolgreichen Berufseinstieg. Dagegen tun sich Studierende, die aus finanzieller Not auf fachfremde Tätigkeiten angewiesen sind, später schwerer, eine passende Stelle zu finden.
Auch Deutschkenntnisse spielen eine zentrale Rolle. Selbst wenn die Arbeitssprache Englisch ist, steigert ein gutes Deutsch die Einstellungschancen deutlich. Allerdings haben nur etwa 15 Prozent der internationalen Studierenden verpflichtende Deutschkurse in ihrem Studienplan verankert.
Die Daten zeigen zudem einen klaren Trend zur langfristigen Niederlassung: Absolventen deutscher Hochschulen finden dreimal häufiger eine Arbeitsstelle als Migranten, die direkt zur Jobsuche einreisen. Zudem möchten Zuwanderer, die über ein Studium nach Deutschland kommen, 1,6-mal häufiger dauerhaft bleiben. Rund 26 Prozent der Befragten, die ursprünglich nur einen vorübergehenden Aufenthalt planten, entschieden sich nach dem Berufseinstieg für ein Bleiben in Deutschland.
Der Fachkräftemangel ist drängend: Aktuell fehlen in Deutschland etwa 148.500 MINT-Fachkräfte, und in den nächsten zehn Jahren werden voraussichtlich weitere 1,85 Millionen Beschäftigte aus dem Arbeitsmarkt ausscheiden.
Internationale Absolventen mit relevanter Berufserfahrung und Deutschkenntnissen haben die besten Jobaussichten. Viele entscheiden sich zudem für einen langfristigen Verbleib – und helfen so, die Fachkräftelücke im Land zu schließen. Angesichts der steigenden Nachfrage nach MINT-Experten könnten diese Absolventen eine entscheidende Rolle dabei spielen, dringend benötigte Positionen in verschiedenen Branchen zu besetzen.






