29 March 2026, 10:24

Warum die Kombination von OpenTelemetry und Prometheus Entwickler vor Rätsel stellt

Großes Container-Schiff nachts am Kai, beleuchtet von umliegenden Gebäuden und Kränen, mit dunklem Himmel.

Warum die Kombination von OpenTelemetry und Prometheus Entwickler vor Rätsel stellt

OpenTelemetry und Prometheus sind seit Langem zentrale Werkzeuge zur Systemüberwachung – doch ihre Kombination gestaltet sich oft als knifflig. Auf jüngsten Konferenzen wiesen Expert:innen trotz jahrelanger Zusammenarbeit zwischen den beiden Projekten auf anhaltende Herausforderungen hin: Leistungslücken, verlorene Funktionen und eine erhöhte Komplexität erschweren Teams nach wie vor die gemeinsame Nutzung der Tools.

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Prometheus, die etablierte Open-Source-Lösung für Metriken, setzt auf ein pull-basiertes Modell mit aktiver Service-Erkennung und Gesundheitschecks. OpenTelemetry hingegen verfolgt einen push-basierten Ansatz – was bei der Integration Reibungspunkte schafft. Wie Julius Volz auf der PromCon betonte, geht der Umstieg auf OpenTelemetry oft mit dem Verlust zentraler Prometheus-Features einher: etwa dem nativen Pull-Mechanismus, der automatischen Überwachung von Systemgesundheit oder sogar der konsistenten Benennung von Metriken.

Die Performance-Unterschiede sind eklatant. Benchmarks in Go zeigen, dass die native Prometheus-Instrumentierung bis zu 22-mal schneller läuft als das Pendant in OpenTelemetry. Zudem bremsen komplexe SDKs in OpenTelemetry die Abläufe aus und bedeuten zusätzlichen Aufwand für Entwickler:innen und Betreiber. Dennoch hat die Zusammenarbeit der Projekte einige Kernprobleme gelöst – etwa die UTF-8-Unterstützung in Prometheus oder verbesserte Exporter in OpenTelemetry.

Expert:innen wie Arthur Silva Sens und Juraj Michálek diskutierten diese Fortschritte auf der KubeCon EU 2025. Sie erläuterten, wie die beiden Tools trotz grundlegender Designunterschiede mittlerweile besser harmonieren. Geplant sind unter anderem eine synthetische "up"-Metrikfür OpenTelemetry's OTLP-Ingestion, um Gesundheitschecks zu ermöglichen, sowie eine bessere Unterstützung fürDelta-Temporalität* in Metriken.

Der Druck zur Kompatibilität begann 2020, als Richard "RichiH" Hartmann eine offizielle Initiative zur Verbesserung ins Leben rief. Seither konzentrieren sich die Teams auf semantische Konventionen und Performance-Optimierungen, um die Kluft zu überbrücken. Dennoch bleiben Abstriche unvermeidbar, wenn Prometheus' native Instrumentierung durch OpenTelemetry ersetzt wird.

Zwar wird OpenTelemetry heute häufig neben Prometheus eingesetzt – die Integration hat jedoch ihren Preis. Teams müssen langsameren Performance, höhere Komplexität und verlorene Funktionen gegen die Vorteile eines einheitlichen Observability-Standards abwägen. Die Arbeit an der Verfeinerung der Tools geht zwar weiter, doch fürs Erste sind Kompromisse unvermeidbar.

Quelle