Wagnis auf der Bühne: Mozarts Così fan tutte als Echtzeit-Experiment mit echten Paaren
Christoph Koch IIWagnis auf der Bühne: Mozarts Così fan tutte als Echtzeit-Experiment mit echten Paaren
Das Staatstheater Wiesbaden verwandelt Mozarts Così fan tutte in ein gewagtes Echtzeit-Experiment für die neue Spielzeit. Für die ungewöhnliche Produktion werden 20 junge Paare auf die Bühne geholt, um ihre Beziehungen vor Publikum auf die Probe zu stellen. Die Tickets für die außergewöhnliche Aufführung kosten lediglich 10 Euro.
Regisseurin Marie-Ève Signeyrole inszeniert die klassische Oper als immersives Erlebnis: Die Bühne wird zur Kunsthochschule, das Publikum zu Studierenden, die ein Campus-Spiel beobachten. Don Alfonso leitet das Experiment, manipuliert die Paare, während Mozarts Musik die emotionale Spannung verstärkt.
Gesucht werden Teilnehmerpaare zwischen 18 und 35 Jahren – Opernerfahrung ist nicht nötig, doch Mut und Humor werden empfohlen. Die Aufführung lotet Themen wie Nähe, Begierde und Treue aus – sowohl für die Akteure auf der Bühne als auch für die Zuschauer.
Signeyrole will die übliche Grenze zwischen Darstellern und Publikum aufbrechen. Indem echte Paare in unvorhersehbare Situationen gebracht werden, zwingt die Inszenierung alle, sich mit den eigenen Gefühlen auseinanderzusetzen. Der niedrige Ticketpreis steht im Kontrast zu den hohen emotionalen Wagnissen des Experiments.
Die Oper fordert Teilnehmer wie Zuschauer gleichermaßen heraus, über Intimität, Loyalität und Manipulation nachzudenken. Mit 20 Paaren unter der Lupe verspricht die Vorstellung einen intensiven und zum Nachdenken anregenden Abend. Das Experiment ist Teil des kommenden Spielplans – Tickets sind ab sofort erhältlich.






