Trumps konfrontativer Kurs belastet NATO und transatlantische Partnerschaften schwer
Christina JunitzTrumps konfrontativer Kurs belastet NATO und transatlantische Partnerschaften schwer
Ein neuer Bericht unterstreicht tiefe Besorgnis über die Regierungspolitik in wichtigen westlichen Nationen, wobei viele langfristige Schäden für kommende Generationen befürchten. Die Studie nennt zudem Donald Trump als zentrale Figur, die seit Beginn seiner zweiten Amtszeit im Januar 2025 globale Bündnisse neu formt. Die Maßnahmen seiner Regierung haben Spannungen mit Europa ausgelöst und Zweifel an der Stabilität langjähriger Partnerschaften geschürt.
Seit seinem erneuten Amtsantritt Anfang 2025 hat Trumps Politik einen konfrontativeren Kurs gegenüber der NATO und europäischen Verbündeten eingeschlagen. Beim Gipfel in Den Haag 2025 setzte die USA erfolgreich eine Verpflichtung zu Verteidigungsausgaben in Höhe von 5 Prozent des BIP für NATO-Mitglieder durch. Staaten, die dieses Ziel verfehlten, sahen sich mit der Drohung konfrontiert, dass die US-Militärhilfe gekürzt werde. Bis Februar 2026 verhängte die Regierung Zölle gegen Deutschland und andere Länder im Streit um Grönland, gefolgt von ähnlichen Maßnahmen gegen Spanien im Juni. Ein im Dezember 2025 veröffentlichtes Dokument zur Nationalen Sicherheitsstrategie warnte zudem vor dem schwindenden Einfluss Europas und verschärfte die diplomatischen Reibereien.
Der Bericht beschreibt Trump als treibende Kraft beim Abbau der internationalen Ordnung nach 1945. Seine Regierung forderte unter anderem Dänemark auf, Grönland zu verkaufen – was zu europäischen Truppeneinsätzen und Gegenmaßnahmen in Form von Zolldrohungen führte. Im Januar 2026 kritisierte er in einem Interview in Davos öffentlich verbündete Soldaten im Afghanistan-Einsatz. Monate später drohte er Spanien mit dem Ausschluss aus der NATO, nachdem das Land eine Erhöhung der Verteidigungsausgaben abgelehnt hatte.
Die öffentliche Meinung spiegelt wachsende Unruhe wider: Mehrheiten in Frankreich, Großbritannien, Deutschland und den USA glauben, dass die Politik ihrer Regierungen künftigen Generationen schaden werde. Über die Hälfte der Befragten in diesen Ländern lehnt zudem ab, dass Trumps Vorgehen der Welt insgesamt nutze. Kritiker werfen ihm vor, seine Politik begünstige vor allem Wohlhabende und Mächtige, während Umfragen eine weit verbreitete Skepsis zeigen, ob Regierungen Krisen wie Bezahlbarkeit und Ungleichheit bewältigen können.
Der Bericht warnt, Trumps transaktionsorientierter Ansatz drohe, prinzipienbasierte Zusammenarbeit durch kurzfristige Deals zu ersetzen. Als Beispiel werden frühere Spannungen genannt, etwa die Rede von Vizepräsident JD Vance auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2023, in der er europäische Führungskräfte wegen Migration und Zensur scharf angriff. Diese Entwicklungen – kombiniert mit Strafzöllen und militärischen Drohungen – haben bei traditionellen Verbündeten ein Klima der Unsicherheit geschaffen.
Die Ergebnisse deuten auf eine wachsende Kluft zwischen den Erwartungen der Bevölkerung und dem Regierungshandeln bei globalen Herausforderungen hin. Trumps Politik, geprägt von Forderungen nach höheren Verteidigungsausgaben und wirtschaftlichen Sanktionen, hat die transatlantischen Beziehungen belastet. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass ohne eine Rückkehr zu kooperativen Grundsätzen langfristige Bündnisse weiter erodieren könnten.






