Trump fordert Friedensnobelpreis per Brief – und überholt damit einen deutschen Kultwitz
Christina JunitzGuido Cantz: Trump lässt Satiriker alt aussehen - Trump fordert Friedensnobelpreis per Brief – und überholt damit einen deutschen Kultwitz
Ein langjähriger Witz des deutschen Komikers Guido Cantz hat seine Komik verloren, weil die Realität ihn eingeholt hat. Jahrelang scherzte Cantz, Donald Trump könnte eines Tages den Friedensnobelpreis mit Gewalt an sich reißen. Nun hat der ehemalige US-Präsident einen anderen Weg gewählt – er schrieb direkt an Norwegens Führung über die Auszeichnung, die ihm nie zuteilwurde.
Der Witz begann als satirische Bemerkung von Cantz, der sich Trump vorstellte, wie er den Nobelpreis gewaltsam einfordert. Mit der Zeit fand der Komiker es jedoch immer schwieriger, das Material aktuell zu halten. Cantz gab zu, dass Trumps eigene Aussagen und ständige neue Aktionen es zunehmend ermüdend machten, über ihn Witze zu machen.
Kürzlich schickte Trump einen Brief an Norwegens Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre. Darin äußerte er seine Verärgerung darüber, nie den Friedensnobelpreis erhalten zu haben – trotz dessen, was er als seine Friedensbemühungen beschrieb. Der Brief enthielt eine hervorgehobene Passage, in der er betonte, sich nicht länger ausschließlich auf Frieden konzentrieren zu müssen. Der Ex-Präsident behauptete, während seiner Amtszeit acht Kriege beendet zu haben. Er argumentierte, angesichts seiner Verdienste sei die Entscheidung des Norwegischen Nobelkomitees, ihn zu übergehen, ungerecht. Sein Tonfall deutete auf eine Verschiebung der Prioritäten hin – weg von diplomatischer Zurückhaltung.
Was als komische Übertreibung begann, spiegelt nun reale Ereignisse wider. Trumps Brief an Norwegen markiert ein weiteres ungewöhnliches Kapitel seiner Zeit nach der Präsidentschaft. Unterdessen ist Cantz’ Witz nicht in Vergessenheit geraten – sondern verblasst, weil die Grenze zwischen Satire und Wirklichkeit verschwommen ist.






