Streit um geplante Sechsersesselbahn im Scheidtobel eskaliert zwischen Naturschützern und Behörden
Christoph Koch IIStreit um geplante Sechsersesselbahn im Scheidtobel eskaliert zwischen Naturschützern und Behörden
Geplante Sechsersesselbahn im Scheidtobel löst Streit aus
Ein geplantes Sechsersesselbahn-Projekt im Scheidtobel-Tal hat unter Naturschutzverbänden für Kontroversen gesorgt. Die Fellhornbahn stößt auf massiven Widerstand von Umweltschutzorganisationen, die eine Gefahr für den Naturschutz in den Alpen sehen. Auch lokale Behörden kritisieren das Genehmigungsverfahren.
Der Bund Naturschutz in Bayern (BN), der Deutsche Alpenverein (DAV) und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) lehnen die geplante Sesselbahn entschieden ab. Sie werfen der bayerischen Landesregierung vor, mit dem Dritten Modernisierungsgesetz Umweltschutzstandards in der Region ausgehebelt zu haben. Besonders problematisch sei die Abschaffung der bisher verpflichtenden Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP), die für solche Vorhaben eigentlich vorgeschrieben war.
Indra Baier-Müller, Landrätin des Landkreises Oberallgäu, wirft den beteiligten Behörden vor, im Genehmigungsverfahren ihre Befugnisse missbraucht zu haben. Ihre Kritik verschärft die Debatte darüber, ob das Projekt überhaupt mit geltendem Umweltrecht vereinbar ist. Naturschützer warnen, dass das empfindliche Ökosystem des Tals durch den Bau langfristig Schaden nehmen könnte.
Der Konflikt zeigt die Spannungen zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und Naturschutz in den Alpen. Ohne eine verpflichtende UVP fürchten Kritiker, dass künftig ähnliche Projekte wichtige Umweltprüfungen umgehen könnten. Der Ausgang dieses Falls könnte richtungsweisend für zukünftige Bauvorhaben in der Region sein.






