Streit um 500.000 Euro: Soll der Staat die konservative Denkfabrik R21 fördern?
Christoph Koch IIStreit um 500.000 Euro: Soll der Staat die konservative Denkfabrik R21 fördern?
Die Münchner konservative Denkfabrik Republik 21 (R21) könnte Bundesmittel in Höhe von bis zu 500.000 Euro erhalten. Die 2021 als gemeinnützige Organisation gegründete Einrichtung wird von prominenten CDU-Vertretern unterstützt, darunter der Fraktionsvorsitzende Jens Spahn. Zum Beirat des Thinktanks gehören der Historiker Andreas Rödder und die ehemalige Familienministerin Kristina Schröder.
Im Jahr 2025 sprach sich die Unionsfraktion unter Spahn öffentlich für eine staatliche Förderung von R21 aus. Sollte der vorgeschlagene Zuschuss von 500.000 Euro bewilligt werden, könnten die Projekte der Denkfabrik davon profitieren.
Nils Hesse, ein regelmäßiger Autor für R21, hat inzwischen eine Schlüsselposition im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie übernommen. Unter Ministerin Katharina Reiche (CDU) leitet er dort die Abteilung „Reden und Strategische Kommunikation“. Trotz dieser neuen Funktion wird er auf der Website von R21 weiterhin als einer der Experten der Organisation geführt.
Hesse hatte zuvor kritische Analysen für R21 zur deutschen Energiewende verfasst. Von der NGO Campact beauftragte Fachleute werfen dem Thinktank nun vor, seine parteiische Ausrichtung könnte ihn von der Vergabe öffentlicher Gelder ausschließen.
Die mögliche Förderung bleibt umstritten, insbesondere wegen Bedenken hinsichtlich der politischen Ausrichtung von R21. Hesses neue Position in der Regierung heizt die Debatte über die Unabhängigkeit der Denkfabrik weiter an. Eine endgültige Entscheidung über die Bewilligung der 500.000 Euro steht noch aus.






