Söders Arbeitszeit-Pläne lösen politische Revolte aus – selbst in der Union
Maren WeihmannCDU-Arbeiter warnt vor 'Liste' in der Sozialdebatte - Söders Arbeitszeit-Pläne lösen politische Revolte aus – selbst in der Union
Ein Vorschlag, die wöchentliche Arbeitszeit um eine Stunde zu verlängern, hat in der deutschen Politik breite Kritik ausgelöst. Die Idee, die der CSU-Vorsitzende Markus Söder Ende Januar 2026 vorbrachte, stieß schnell auf Widerstand – sowohl bei Oppositionsparteien als auch innerhalb des eigenen Lagers. Die Debatten über Arbeitsrechte und soziale Sicherungssysteme haben sich in den vergangenen Wochen weiter zugespitzt.
Am 26. Januar 2026 schlug Söder vor, die reguläre Wochenarbeitszeit um eine Stunde zu erhöhen, um die deutsche Wirtschaft zu stärken. Seine Ankündigung reiht sich ein in die Pläne von Bundeskanzler Friedrich Merz, die telefonische Krankmeldung abzuschaffen und den vorzeitigen Renteneintritt mit 63 schrittweise auslaufen zu lassen. Doch der Vorschlag traf sofort auf Ablehnung.
Bereits wenige Tage später forderte die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) der CDU strengere Regeln für Teilzeitarbeit – ein Vorstoß, den CDU-Chef Alexander Schnieder als 'Schnapsidee' zurückwies. SPD-Generalsekretär Roger Lewentz konterte mit der Forderung nach flexibleren Arbeitsmodellen. Gleichzeitig wuchs der interne Widerstand innerhalb der Union: Medien wie Deutschlandfunk, upday und Der Spiegel berichteten von einer Revolte gegen die geplanten Kürzungen.
Die Kritik beschränkte sich nicht auf die Parteigrenzen. Cansel Kiziltepe, Bundesvorsitzende der SPD-nahen Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA), verurteilte die Forderungen des Wirtschaftsrats nach einem Abbau von Arbeitnehmerschutzrechten. Der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen, Janosch Dahmen, warnte, dass Kürzungen bei Zahnersatzleistungen die öffentliche Gesundheit gefährden und die Wirtschaft belasten würden. Dennis Radtke, Chef der CDU-Arbeitnehmergruppe (CDA), mahnte, dass solche Einschnitte die Wähler verprellen könnten.
Der Gegenwind setzt Söder und Merz unter Zugzwang. Oppositionsparteien, Gewerkschaften und selbst konservative Verbündete lehnen zentrale Vorhaben ab. Nun steht die Frage im Raum, ob die Pläne in der vorgeschlagenen Form umgesetzt – oder angesichts der massiven Kritik überarbeitet werden.






