13 February 2026, 21:25

Söder warnt Europa vor zu großer Unabhängigkeit von den USA

Eine Karte, die die 73-jährige Erweiterung der Nordatlantikvertragsorganisation (NATO) von 1949 bis heute veranschaulicht, mit Regionen, die farblich nach Jahren unterteilt sind, und informativem Text oben.

Söder warnt Europa vor zu großer Unabhängigkeit von den USA

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat gewarnt, dass Europa in zentralen Bereichen wie Verteidigung, Digitaltechnologie oder Wirtschaft nicht auf sich allein gestellt agieren könne. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit wachsender Spannungen in den transatlantischen Beziehungen und Europas Bestrebungen nach größerer Unabhängigkeit von den USA.

Söder betonte, dass die Partnerschaft zwischen den USA und der EU für Europas Sicherheit und Stärke nach wie vor unverzichtbar sei. Gleichzeitig warnte er davor, sich zu stark auf Frankreichs nukleare Abschreckung als Ersatz für die amerikanische Unterstützung zu verlassen.

Im Vorfeld der Münchner Sicherheitskonferenz 2026 verglich Söder das aktuelle Verhältnis zwischen den USA und der EU mit einer belasteten Partnerschaft. Beide Seiten müssten seiner Ansicht nach daran arbeiten, die Differenzen zu überwinden, statt sich weiter zu entfremden. Die Konferenz selbst widmet sich den transatlantischen Beziehungen, während die EU mehr strategische Autonomie anstrebt, ohne dabei die NATO schwächen zu wollen.

Söder machte deutlich, dass Deutschland keine nuklearen Verantwortungen übernehmen solle. Die Vorstellung, sich ausschließlich auf das französische Atomarsenal zu stützen, bezeichnete er als schweren Fehler. Stattdessen schlug er vor, die französischen Kapazitäten könnten eine unterstützende Rolle spielen – allerdings nur im Verbund mit der fortgesetzten Einbindung der USA.

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Bei einem informellen Treffen des EU-Verteidigungsrats am 11. Februar 2026 diskutierten die Teilnehmer die Sicherheitslage für 2026. Trotz anhaltender Debatten gab es seit der letzten großen diplomatischen Krise jedoch keine konkreten Fortschritte in der militärischen Zusammenarbeit zwischen den USA und der EU. Söder rief die Verantwortlichen dazu auf, einen kühlen Kopf zu bewahren, klug zu handeln und die USA nicht vor den Kopf zu stoßen, während Europa gleichzeitig eine klare eigene Richtung einschlage.

Söders Aussagen unterstreichen den schwierigen Spagat Europas zwischen Eigenständigkeit und der Bewahrung enger Bindungen an die USA. Angesichts ausbleibender Durchbrüche in der Verteidigungskooperation steht der Kontinent vor anhaltenden Herausforderungen in der Sicherheitspolitik.

Die Münchner Sicherheitskonferenz und die jüngsten EU-Diskussionen zeigen, wie wichtig behutsame Diplomatie ist. Europa muss seinen Weg zu mehr Autonomie finden, ohne dabei das transatlantische Bündnis zu gefährden.