Siemens-Kritik eskaliert: Investoren zweifeln an KI-Strategie und Healthineers-Abspaltung
Christina JunitzSiemens-Kritik eskaliert: Investoren zweifeln an KI-Strategie und Healthineers-Abspaltung
Siemens steht wegen seiner KI-Strategie und der verzögerten Abspaltung der Healthineers-Sparte in der scharfen Kritik großer Investoren. Trotz eines Marktwertrückgangs von 25 Prozent seit Anfang 2024 bleiben Aktionäre skeptisch, ob der Konzern den Wandel zum technologieorientierten Unternehmen erfolgreich meistern kann. Auf der jüngsten Hauptversammlung in München wurden Bedenken wegen des langsamen Fortschritts und finanzieller Risiken laut.
Dort hinterfragten Fondsmanager die Neuausrichtung von Siemens in Richtung Software und künstliche Intelligenz. Arne Rautenberg von Union Investment forderte deutlichere Ergebnisse und warnte: "Das Vertrauen der Kapitalmärkte ist nicht in Stein gemeißelt." Die Abspaltung von Healthineers bezeichnete er als "schlampige Arbeit", die "unnötig Vertrauen untergraben" habe.
Ingo Speich von Deka pflichtete dieser Kritik bei und betonte, dass die KI-Initiativen die Profitabilität bisher nicht ausreichend steigerten. Er mahnte zur Zurückhaltung bei Übernahmen und rief CEO Roland Busch auf, "darauf zu achten, nicht zu viel Bargeld zu verpulvern". Besonders unter die Lupe genommen wurden die jüngsten Käufte im Volumen von 16 Milliarden Dollar, darunter Altair und Dotmatics.
Busch kündigte an, im April weitere Details zur Healthineers-Abspaltung bekannt zu geben, darunter Zeitpläne und steuerliche Aspekte. Parallel treibt Siemens die Integration seiner Kerngeschäftsbereiche – Digital Industries, Smart Infrastructure und Mobility – unter dem Motto "One Tech Company" voran.
Doch trotz dieser Bemühungen bleibt das Wachstum der Marktkapitalisierung um 25 Prozent seit Februar 2024 hinter Konkurrenten wie GE (plus 35 Prozent nach KI-Investitionen) und ABB (plus 42 Prozent durch Digitalisierung) zurück. Die Anleger richten ihren Fokus weniger auf langfristige Technologiegewinne als auf die Risiken der Abspaltung.
Die Kritik zeigt den wachsenden Druck auf Siemens, greifbare Ergebnisse aus dem KI- und Software-Ausbau vorzulegen. Die Aktionäre warten gespannt auf Updates zur Healthineers-Abspaltung und klarere finanzielle Vorteile aus den jüngsten Übernahmen. Ohne sichtbare Fortschritte könnte das Investorenvertrauen weiter schwinden.






