24 December 2025, 23:00

Siemens Energy feuert Betriebsratsmitglied – Vorwurf der Gewerkschaftsbekämpfung

Ein Blatt Papier mit etwas darauf geschrieben.

Siemens Energy feuert Betriebsratsmitglied – Vorwurf der Gewerkschaftsbekämpfung

Isabella Paape, langjähriges Mitglied des Betriebsrats bei Siemens Energy, wurde am 12. November entlassen – nach Jahren angeblicher Behinderungen durch die Unternehmensführung. Die seit 2002 für Arbeitnehmerrechte kämpfende Paape wirft dem Konzern vor, sie systematisch daran gehindert zu haben, Beschäftigte über ihre Ansprüche und betriebliche Regelungen zu informieren. Ihre Kündigung hat nun breite Kritik und Solidaritätsbekundungen von Gewerkschaften und Aktivisten ausgelöst.

Paapes Aufgabe im Betriebsrat umfasste die Durchsetzung von Lohnerhöhungen und die Verteidigung von Arbeitnehmerrechten. Doch sie behauptet, die Geschäftsführung habe ihre Arbeit wiederholt behindert, selbst wenn es darum ging, wichtige Informationen an die Belegschaft weiterzugeben. Diese Maßnahmen seien Teil einer gezielten Strategie gewesen, um ihre Position zu untergraben.

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Nach ihrer Entlassung ging Paape mit ihrem Fall an die Öffentlichkeit und warf dem Unternehmen "Gewerkschaftsbekämpfung" vor – eine Taktik, bei der aktive Betriebsratsmitglieder gezielt unter Druck gesetzt werden, um Mitarbeiter einzuschüchtern. Unterstützung erhielt sie von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sowie dem Mitarbeiter-Seelsorgedienst des Erzbistums Bamberg. Die GEW-Ortsgruppe Erlangen verurteilte die Kündigung als ungerechtfertigt und rief zu Solidarität auf, unter anderem durch die Unterzeichnung einer Online-Petition. Zwar billigte die unternehmensnahe Mehrheit des Betriebsrats Paapes Entlassung, ohne jedoch offizielle Gründe zu nennen. Dennoch gewinnt die Petition für ihre Wiedereinstellung zunehmend an Fahrt und zeigt die breite gesellschaftliche Unterstützung für ihren Einsatz.

Der Fall Isabella Paape lenkt den Blick auf die Herausforderungen, mit denen Arbeitnehmervertreter in Konzernstrukturen konfrontiert sind. Mit Gewerkschaften und öffentlichen Kampagnen an ihrer Seite verdeutlicht ihr Fall den anhaltenden Kampf um faire Behandlung und Transparenz in betrieblichen Konflikten. Die wachsende Resonanz der Petition spiegelt einen gesellschaftlichen Widerstand gegen mutmaßliche Schikanen durch Arbeitgeber wider.