01 February 2026, 23:00

Siemens Energy feuert Betriebsratskandidatin kurz vor entscheidender Wahl

Eine Gruppe von Menschen hält Schilder und Plakate vor einem Gebäude, mit zwei Personen im Vordergrund und einem Müllcontainer auf der rechten Seite, während einer Demonstration in Deutschland, mit Gebäuden, Fenstern, Lichtern und Schildern im Hintergrund.

Siemens Energy feuert Betriebsratskandidatin kurz vor entscheidender Wahl

Siemens Energy hat mit der Entlassung der Betriebsratsmitglied Isabella Paape nur wenige Wochen vor einer entscheidenden Wahl für Aufsehen gesorgt. Der Schritt stieß bei der IG Metall auf scharfe Kritik, die das Vorgehen des Konzerns als skandalös bezeichnete. Paape, die als Spitzenkandidatin bei der anstehenden Abstimmung gilt, wurde ohne Begründung der Zugang zu Unternehmensstandorten verwehrt – was Bedenken hinsichtlich Fairness und Arbeitnehmerrechten aufwirft.

Isabella Paape wurde Anfang 2026 fristlos von ihrem Posten am Siemens-Energy-Standort Erlangen entlassen. Die Kündigung erfolgte ohne Vorwarnung oder Begründung, und ihr wurde sofort der Zutritt zu Firmengebäuden untersagt. Berichten zufolge unterstützten Teile des Betriebsrats ihre Absetzung, ohne ihr die Möglichkeit zur Stellungnahme zu geben.

Seit Mitte Januar hat ein Gericht Paape vorläufigen Zugang zu den Siemens-Energy-Werken in Erlangen und Forchheim gewährt. Sie darf die Standorte an Wochentagen zwischen 11 und 14 Uhr betreten, um direkt mit Mitarbeitenden zu sprechen. Einschränkungen bei der digitalen Kommunikation erschweren jedoch ihre Wahlkampfmöglichkeiten.

Paape war Spitzenkandidatin der Liste Gemeinsam aktiv für die Betriebsratswahl am 3. März. Arbeitsrechtsexperten halten ihre Entlassung für rechtlich unwirksam, doch der Streit überschatten nun die Wahl. Die IG Metall wirft Siemens Energy vor, eine kritische Stimme zum Schweigen bringen und den Wahlprozess stören zu wollen.

Der Fall wird genau beobachtet, da er als Prüfstein für die Mitbestimmung der Arbeitnehmer in der deutschen Industrie gilt. Zudem wirft er grundsätzliche Fragen auf, wie Unternehmen mit abweichenden Meinungen umgehen und ob Betriebsratsmitglieder vor plötzlichen Entlassungen geschützt werden können.

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Die Wahl am 3. März findet unter dem Schatten dieses rechtlichen und politischen Konflikts statt. Paapes Entlassung hat bereits Präzedenzfallcharakter und löst Debatten über die Arbeitsplatzsicherheit von Betriebsratsvertretern aus. Das Ergebnis könnte künftig ähnliche Auseinandersetzungen beeinflussen.