Schülerwettbewerb beleuchtet deutsch-kasachische Geschichte durch junge Perspektiven
Laura ThanelSchülerwettbewerb beleuchtet deutsch-kasachische Geschichte durch junge Perspektiven
Binationaler Schülerwettbewerb rückt gemeinsame Geschichte Deutschlands und Kasachstans in den Fokus
Die Veranstaltung wurde vom Innenministerium, dem Bildungsministerium und der öffentlichen Stiftung „Verband der Deutschen Kasachstans ‚Wiedergeburt‘“ organisiert. Unterstützung erhielt das Projekt zudem vom „Haus der Heimat Baden-Württemberg“.
Der Wettbewerb regte Schülerinnen und Schüler dazu an, sich mit dem kulturellen Erbe und der Geschichte zu beschäftigen, die beide Länder verbindet. Deutsche in Kasachstan bewahrten trotz offizieller Verbote ihre Identität durch geheime Traditionen und familiäre Bräuche.
Die 16-jährige Fiora Marte gewann den Hauptpreis für ihren Podcast über die Geschichte der Deutschen in Kasachstan. Ihre Arbeit enthält Zeitzeugenberichte, darunter die erschütternde Ankunft Irina Albuls im Land. Der Podcast bezieht sich zudem auf ein Buch von Alexander Krylov, das die harten Lebensbedingungen und Zwangsarbeit der Deutschen in Kasachstan schildert.
Fioras Verständnis für Kasachstan prägte ihr Geschichtslehrer Andreas Fuchs, ein ehemaliger Landsmann aus Almaty. Obwohl sie wegen einer Schulveranstaltung die Preisverleihung im Juli verpassen wird, erhält sie ihre Auszeichnung im Nachhinein per Post. Die prämierten Beiträge, darunter ihr Podcast, werden im Foyer des Stuttgarter Innenministeriums ausgestellt.
Das Projekt wirft ein Licht auf eine von tragischer Ironie geprägte Geschichte: Deutsche aus Russland erlitten Verfolgung sowohl in der Sowjetunion als auch in Deutschland. Dass der Wettbewerb das Interesse an dieser gemeinsamen Vergangenheit weckt, zeigt sich nicht zuletzt an Arbeiten wie der von Marte.
