Schnitzer warnt vor Reisechaos: Hohe Spritpreise zwingen zum Umdenken
Monika Schnitzer, Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, hat angesichts steigender Energiekosten und knapper werdender Kerosinvorräte zu dringenden Änderungen der Reisegewohnheiten aufgerufen. Sie warnte, dass Versorgungsengpässe die Menschen zwingen könnten, ihre Sommerpläne zu überdenken, und kritisierte jüngste Regierungsmaßnahmen zur Entlastung bei den Spritkosten scharf.
Schnitzer lehnte staatlich subventionierte Flugrabatte für die Sommerferien entschieden ab. Den kürzlich beschlossenen Tankrabatt bezeichnete sie als einen schweren und sozial ungerechten Fehler und schloss eine Finanzierung von Reisen durch neue Schulden aus. Stattdessen betonte sie, dass hohe Preise ein notwendiges Signal für die Knappheit von Ressourcen senden.
Um die Nachfrage zu drosseln, schlug sie konkrete Maßnahmen wie ein generelles Tempolimit oder autofreie Sonntage vor. Ihre Warnungen gingen über den Treibstoffsektor hinaus: Sie verwies auf die Risiken einer möglichen Blockade der Straße von Hormus, die globale Ölströme empfindlich stören könnte.
Langfristig prognostizierte Schnitzer, dass die steigenden Kosten Arbeitnehmer in anstehenden Tarifverhandlungen zu höheren Lohnforderungen veranlassen werden. Dies könnte die Europäische Zentralbank dazu bewegen, die Zinsen anzuheben – was Haushalte und Unternehmen zusätzlich belasten würde.
Die Äußerungen der Ökonomin deuten auf einen schwierigen Sommer für Reisende und Politiker gleichermaßen hin. Angesichts drohender Kerosinengpässe könnten Flüge weniger zugänglich werden, sodass viele ihre Urlaubspläne anpassen müssen. Gleichzeitig lässt ihre Ablehnung von Subventionen kaum kurzfristige Spielräume, um die finanzielle Belastung der Verbraucher zu mildern.






