14 January 2026, 14:36

Satirisches Gedicht im Auswärtigen Amt entfacht Debatte über Baerbock und Habeck

Ein Schwarz-Weiß-Zeichnung von Hans Konrad Gyger, einem deutschen Philosophen mit langem Bart, mit Text unten.

"Bild": Aufruhr im Ministerium wegen internem Spottgedicht - Satirisches Gedicht im Auswärtigen Amt entfacht Debatte über Baerbock und Habeck

Ein satirisches Gedicht, das sich gegen zwei ehemalige deutsche Minister richtet, hat im Auswärtigen Amt für Aufsehen gesorgt. Der unter dem Titel "Dreh die Heizung ab, zieh einen Pulli an" veröffentlichte Text erschien Anfang dieses Jahres in einer internen Mitarbeiterzeitschrift. Die scharfe Kritik an den Politiken von Annalena Baerbock und Robert Habeck hat dabei besondere Aufmerksamkeit erregt.

Verfasst wurde das Gedicht von Siegfried Geilhausen, Vizekonsul in Temeswar, Rumänien, der unter dem Pseudonym SIGGIG schrieb. In InternAA, dem hauseigenen Magazin des Auswärtigen Amts, veröffentlichte er die spöttischen Zeilen, die direkt Entscheidungen aus der Amtszeit des Duos auf die Schippe nehmen. Sowohl Baerbock als auch Habeck schieden im September aus ihren Ministerämtern aus – Baerbock, um die UN-Generalversammlung zu leiten, Habeck, um an einem dänischen Forschungsinstitut zu arbeiten.

Besonders pointiert fallen die Passagen aus, die sich mit der Amtsführung der beiden auseinandersetzen. Sätze wie "Die Welt, feministisch entworfen, soll gerettet werden – doch nicht alle lachten mit" oder "Glatte Reden, ohne Können, verloren den Blick für die Menschen" spielen auf ihre Politik in den Bereichen Klima, Energie und soziale Fragen an. Schon der Titel "Dreh die Heizung ab, zieh einen Pulli an" greift die öffentliche Verärgerung über die während ihrer Amtszeit propagierten Energiesparmaßnahmen auf.

Geilhausen, ein erfahrener Diplomat, reichte den Text unter einem Decknamen ein – vermutlich, um direkte Konsequenzen zu vermeiden. Dennoch löste die Veröffentlichung in InternAA, das das Auswärtige Amt als redaktionell unabhängig beschreibt, eine Debatte aus. Offizielle Stellen betonen inzwischen, dass das Magazin unabhängig von den formalen Kommunikationskanälen des Ministeriums agiert. Die Veröffentlichung des Gedichts zu diesem Zeitpunkt verstärkt seine Wirkung: Baerbock trat im September als Außenministerin zurück, um ihr neues Amt bei den Vereinten Nationen anzutreten. Habeck wiederum legte im selben Monat seine Ämter als Vizekanzler und Wirtschaftsminister nieder, um eine Forschungsposition im Ausland anzunehmen. Beide Rücktritte folgten einer Phase intensiver Kritik an ihrem Umgang mit der deutschen Energiewende und den internationalen Beziehungen.

Die Kontroverse wirft Fragen über die Grenzen politischer Meinungsäußerung in internen Publikationen des Auswärtigen Amts auf. Zwar genießt InternAA redaktionelle Freiheit, doch die direkte Kritik an prominenten Persönlichkeiten hat eine Diskussion über die zulässigen Grenzen ausgelöst. Baerbock und Habeck, die mittlerweile neue Positionen innehaben, haben sich bisher nicht öffentlich zu der Satire geäußert.

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