Rentenreform: Höheres Eintrittsalter und weniger Frühruhestand geplant
Laura ThanelRentenreform: Höheres Eintrittsalter und weniger Frühruhestand geplant
Die Rentenkommission der Bundesregierung hat weitreichende Reformen des Rentensystems vorgeschlagen. Zu den Plänen gehören eine Anhebung des Renteneintrittsalters sowie Einschränkungen bei der Möglichkeit eines vorzeitigen Ruhestands. Die politischen Spitzen reagieren mit gemischten Signalen auf die Empfehlungen.
Die Kommission schlägt vor, dass Selbstständige und Politiker künftig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen sollen. Zudem soll die Regelung gestrichen werden, die es Beschäftigten mit 45 Beitragsjahren ermöglicht, abschlagsfrei früher in Rente zu gehen. Ein weiterer zentraler Punkt ist die schrittweise Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters über 67 Jahre hinaus – gekoppelt an die steigende Lebenserwartung.
Als zusätzliche Säule soll ein kapitalgedecktes System die gesetzliche Rente stärken. Beamte würden zwar weiterhin von den Beiträgen befreit bleiben, ihr Renteneintrittsalter soll sich aber an der gesetzlichen Regelung orientieren.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kündigte an, die Vorschläge der Kommission „zügig umsetzen“ zu wollen. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) forderte hingegen eine breite Debatte über die Rentereform. Er bestand darauf, dass Beamte in die Gespräche einbezogen werden, und betonte, dass die Auswirkungen auf Rentner in Ostdeutschland besonders geprüft werden müssten.
Die AfD und die BSW lehnen die Pläne zur Anhebung des Renteneintrittsalters und zur Einschränkung des vorzeitigen Ruhestands ab.
Die Vorschläge der Kommission markieren einen tiefgreifenden Wandel in der Rentepolitik. Sollten sie umgesetzt werden, hätten sie weitreichende Folgen: längere Erwerbsbiografien und veränderte Rentenansprüche für viele. In den kommenden Wochen dürften die politischen Diskussionen über die Reformen weiter an Fahrt aufnehmen.
