Renault setzt auf Super-Hybrid: 1.000 Kilometer Reichweite ohne Ladezwang
Maren WeihmannRenault setzt auf Super-Hybrid: 1.000 Kilometer Reichweite ohne Ladezwang
Renault passt seine Strategie für Elektrofahrzeuge an, um Bedenken hinsichtlich der Ladeinfrastruktur und der Reichweitenangst von Fahrern zu begegnen. Das Unternehmen plant nun, neben rein elektrischen Modellen auch einen "Super-Hybrid"-Antrieb einzuführen. Mit diesem Kurswechsel will Renault mehr Flexibilität für Märkte bieten, in denen das Elektroauto-Ladenetz noch unzureichend ausgebaut ist.
Der neue Ansatz umfasst die Integration der Reichweitenverlängerer-Technologie von Horse, die im Rahmen eines Joint Ventures zwischen Renault und Geely entwickelt wurde. Ziel ist es, die Fahrstrecke auf über 1.000 Kilometer zu verlängern, ohne die Kosten in die Höhe zu treiben.
Ursprünglich war Renaults kommende Plattform ausschließlich für Elektroautos konzipiert. Doch der Automobilhersteller hat seine Pläne überarbeitet und Hybridlösungen mit einbezogen. Die Anpassung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Nachfrage nach rein batteriebetriebenen Autos in einigen Regionen nachlässt – ein Grund, warum flexiblere Lösungen gefragt sind.
Im Mittelpunkt der Strategie steht das C15-Reichweitensystem von Horse, dem Antriebshersteller, der gemeinsam von Renault und Geely betrieben wird. Anders als bei herkömmlichen Hybriden nutzt das C15 einen kleinen 1,5-Liter-Benzinmotor, der die Batterie während der Fahrt auflädt, statt die Räder direkt anzutreiben. Die kompakte Einheit – nicht größer als ein Aktenkoffer – lässt sich sowohl vorne als auch hinten im Elektroauto einbauen und bietet damit gestalterische Freiheit.
Renaults neue Plattform, deren Markteinführung für 2028 geplant ist, wird die Basis für kompakte und mittelgroße Elektroautos wie die Serienversion des Emblème-Konzepts bilden. Die Architektur verspricht eine Kostensenkung von 40 Prozent im Vergleich zum aktuellen CMF-EV-System. Dennoch schließt das Unternehmen nachträgliche Umrüstungen älterer Modelle mit der Hybridtechnologie aus.
Produktchef Bruno Vanel erklärte, der Schritt spiegle die Notwendigkeit wider, in den C- und D-Segmenten wettbewerbsfähig zu bleiben. Da die Ladeinfrastruktur in einigen Gebieten noch hinterherhinkt, bietet die Hybridvariante eine Brücke für Fahrer, die nicht regelmäßig laden können. Stand Februar 2026 hat sich Geely noch nicht öffentlich zu Renaults Plänen geäußert, die Horse-Reichweitenverlängerer-Technologie zu übernehmen.
Die überarbeitete Plattform wird 2028 debütieren, beginnend mit einem Serienmodell auf Basis des Emblème-Konzepts. Renaults Hybridlösung zielt auf Reichweiten von über 1.000 Kilometern ab und erleichtert so den Übergang zur Elektromobilität. Die Strategie kombiniert rein elektrische Fahrzeuge mit Hybridalternativen und trägt damit unterschiedlichen Marktbedürfnissen Rechnung – ohne bestehende Modelle nachzurüsten.






