Proteste in Augsburg: Aktivisten blockieren Renk-Werk wegen Israel-Lieferungen
Laura ThanelProteste in Augsburg: Aktivisten blockieren Renk-Werk wegen Israel-Lieferungen
Aktivistinnen und Aktivisten der Gruppe "Friedlich gegen Völkermord" haben vor dem Werk des Unternehmens Renk in Augsburg protestiert. Sie klebten sich am Eingang fest, um gegen die angeblichen Waffenlieferungen des Konzerns an Israel zu demonstrieren. Die Aktion rückt die anhaltenden Spannungen um Deutschlands Rüstungsexporte in den Fokus – trotz eines teilweisen Embargos.
Ziel des Protests war Renks Rolle bei der Lieferung von Militärtechnik, obwohl Deutschland seit Oktober 2023 ein partielles Exportverbot verhängt hat. Dieses stoppt zwar vor allem fertige Waffen, erlaubt aber weiterhin bestimmte Komponenten. Aus Parlamentsdokumenten und eigenen Aussagen Renks von Anfang 2025 geht hervor, dass noch im späten Jahr 2023 die Ausfuhr von Getriebeteilen für Panzer nach Israel genehmigt wurde – obwohl im November 2024 erste Waffenruhe-Verhandlungen begannen.
Renk-Chef Alexander Sagel hatte zuvor einen Umweg vorgeschlagen, um das Embargo zu umgehen: Die Panzergetriebe sollten in den USA gefertigt und von dort nach Israel geliefert werden. Unterdessen signalisierte Bundeskanzler Merz Bereitschaft, das Waffenembargo vollständig aufzuheben.
Die Demonstration in Augsburg fällt in eine Phase zunehmender Kritik an der militärischen Unterstützung Deutschlands für Israel. Zwar hält die Regierung an bestimmten Exportbeschränkungen fest, doch Ausnahmen wie die Getriebelieferungen Renks sorgen dafür, dass die Rüstungsgüter weiterfließen.
Der Protest verdeutlicht die Kluft zwischen dem deutschen Teil-Embargo und den fortlaufenden Waffenexporten. Während Bundeskanzler Merz die Aufhebung des Verbots prüft, bleiben Renks Lieferungen von Getriebekomponenten vorerst innerhalb der geltenden Regeln erlaubt.






