17 April 2026, 04:24

Prorussische Hacker legen deutsches Beschaffungsportal mit DDoS-Attacke lahm

Computerbildschirm mit der Anzeige 'Diese verdeckte Website wurde beschlagnahmt' mit Logo des niederländischen Nationalen Polizeischilds mit blauem Hintergrund und weißem Stern.

Prorussische Hacker legen deutsches Beschaffungsportal mit DDoS-Attacke lahm

Eine prorussische Hackergruppe hat im Rahmen eines Cyberangriffs vorübergehend das Beschaffungsportal der deutschen Bundesregierung lahmgelegt. Der Angriff reiht sich in eine Serie digitaler Attacken auf öffentliche Einrichtungen im ganzen Land ein. Die Behörden bestätigten den Vorfall, betonten jedoch, dass keine sensiblen Daten kompromittiert wurden.

Der Angriff erfolgte, nachdem die Gruppe ihre Empörung über die Lieferung deutscher Patriot-Luftabwehrsysteme an die Ukraine geäußert hatte. Mit einer Distributed-Denial-of-Service-Attacke (DDoS) überfluteten die Hacker das Portal mit Zugriffsanfragen und zwangen es so offline. Die Plattform dient als zentrale Schnittstelle für öffentliche Ausschreibungen und gilt daher als besonders attraktives Ziel.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bestätigte den Vorfall und arbeitet eng mit den Betreibern des Portals zusammen. Das Bundesinnenministerium stuft das Geschehen als "IT-Sicherheitsvorfall" ein. SicherheitsExperten fanden keine Hinweise auf Datendiebstahl oder eine erfolgreiche Infiltrierung der Systeme.

Das Beschaffungsportal war nicht das einzige Ziel: Dieselbe Gruppe legte auch ein bayerisches Landesbeschaffungsportal lahm, die Website des Landtages von Sachsen-Anhalt sowie Plattformen von Polizeibehörden. Bereits im Juli hatten Strafverfolgungsbehörden mehrerer Länder, darunter Deutschland, eine Großrazzia gegen die Hacker durchgeführt. Die Bundeswehr bestätigte später, dass bei keinem der Angriffe klassifizierte Informationen abflossen.

Das Portal bleibt eine zentrale Drehscheibe für öffentliche Aufträge, auch wenn die Dienste nach der Störung wiederhergestellt wurden. Die Behörden beobachten die Lage weiterhin genau, während die Ermittlungen gegen die Hacker andauern. Seit dem ersten Angriff wurden keine weiteren Vorfälle gemeldet.

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