Preisschock in der Gastronomie: Warum Deutsche seltener auswärts essen
Laura ThanelPreisschock in der Gastronomie: Warum Deutsche seltener auswärts essen
Auswärts essen in Deutschland ist in den vergangenen drei Jahren deutlich teurer geworden. Zwischen Januar 2022 und Juli 2025 stiegen die Preise in der Gastronomie um über 26 Prozent. Viele Verbraucher sparen nun am Restaurantbesuch: 58 Prozent gingen in den letzten sechs Monaten wegen der höheren Kosten seltener auswärts essen.
Hinter dem starken Preisanstieg steckt die wachsende finanzielle Belastung der Restaurants. Fachkräftemangel und explodierende Rohstoffkosten treiben die Ausgaben in die Höhe. Allein die Lohnkosten sind seit 2022 um mehr als 34 Prozent gestiegen – für viele Betriebe eine enorme Belastung der Gewinnmargen.
Um die Branche zu entlasten, senkte die Bundesregierung zu Beginn des Jahres 2025 den Mehrwertsteuersatz auf Speisen in Restaurants von 19 auf 7 Prozent. Doch Branchenexperten zweifeln daran, dass dies zu spürbaren Preissenkungen für die Gäste führen wird. Trotz des allgemeinen Trends gibt es noch bezahlbare Angebote: Im Brauereigasthof Lindner in Bad Kötzting kostet ein Schnitzel mit Pommes 11,80 Euro, ein Cordon bleu 14,50 Euro. Ein halber Liter Weizenbier ist dort für nur 3,30 Euro zu haben – ein Beweis, dass preiswerte Mahlzeiten nach wie vor möglich sind.
Die Essgewohnheiten der Deutschen haben sich angesichts der Teuerung verändert. Nur noch 12 Prozent gehen häufiger auswärts essen, 31 Prozent geben an, ihre Gewohnheiten hätten sich nicht geändert. Die Mehrheit jedoch kocht nun öfter zu Hause.
Die Gastronomiebranche kämpft weiterhin mit steigenden Kosten – und die Gäste spüren die Folgen. Zwar halten einige Betriebe wie der Brauereigasthof Lindner die Preise niedrig, doch die meisten Restaurants stehen vor anhaltenden finanziellen Herausforderungen. Da die Mehrwertsteuersenkung kaum spürbare Entlastung bringt, werden viele Verbraucher voraussichtlich weiter zurückhaltend beim Restaurantbesuch bleiben.






