Preisschock an der Mailänder Scala: Stammgäste protestieren gegen drastische Erhöhungen
Christina JunitzPreisschock an der Mailänder Scala: Stammgäste protestieren gegen drastische Erhöhungen
Preiserhöhungen an der Mailänder Scala sorgen für Empörung unter Stammgästen
Die Ticketpreise im Opernhaus La Scala in Mailand sind für einige Plätze stark angestiegen und haben damit bei treuen Besuchern für Aufruhr gesorgt. Die Erhöhungen, die nur eine geringe Anzahl von Plätzen im zweiten Rang betreffen, stoßen auf breite Kritik. Unterstützer des historischen Hauses werfen dem Theater vor, mit den Änderungen langjährige Gäste verdrängen zu wollen.
Die Preisanhebung gilt für 36 Sitze im zweiten Rang, wo die Kosten um über 30 Prozent gestiegen sind. Im Schnitt fällt der Anstieg jedoch moderat aus: Ein Platz im Rang kostet in dieser Spielzeit 45,56 Euro und in der nächsten 46,94 Euro. Deutlich stärker betroffen sind jedoch die Abo-Preise, die von 800 auf 1.050 Euro angehoben wurden – was die Verärgerung zusätzlich schürt.
Während der Premiere von Verdis Carmen kam es zu Protesten, bei denen aus den oberen Rängen Flugblätter geworfen wurden. In sozialen Medien wurde die Maßnahme als „Gentrifizierung der Scala“ gebrandmarkt. Die Theaterleitung wiegelte die Kritik ab und betonte, dass nur wenige Plätze betroffen seien.
Die Scala ist ohnehin das teuerste Opernhaus Europas – nur das Salzburger Festspiele-Programm übertrifft die Preise noch. Trotz eines Haushaltsüberschusses wurde an der Anpassung festgehalten, da anstehende Tarifverhandlungen und die Verlegung von Werkstätten zusätzliche Mittel erfordern. Intendant Fortunato Ortombina versicherte, dass die Erhöhungen unter seiner Führung nicht dauerhaft sein werden.
Die Preisanpassungen spalten die Meinungen im renommierten Opernhaus: Einige Plätze sind nun deutlich teurer, andere nur leicht. Das Theater beharrt darauf, dass die Änderungen vorübergehend und für den Betrieb notwendig seien.






