Polizist schießt versehentlich auf Bundeswehrsoldaten bei NATO-Übung in Erding
Christina JunitzSchuss auf Bundeswehr-Soldaten - Wo ist die Kommunikation gescheitert? - Polizist schießt versehentlich auf Bundeswehrsoldaten bei NATO-Übung in Erding
Bei einer großangelegten Militärübung in Erding hat ein bayerischer Polizist versehentlich einen Bundeswehrsoldaten angeschossen. Der Vorfall ereignete sich nur zwei Tage nach Beginn von „Marshal Power“, einem von der NATO unterstützten Trainingsmanöver. Nun ermitteln die Behörden, wie Kommunikationspannen zu der Konfrontation führen konnten.
Die Übung „Marshal Power“ simuliert ein Bündnisverteidigungsszenario der NATO und soll die Zusammenarbeit zwischen Militär und zivilen Kräften verbessern. Doch das Manöver birgt Risiken – etwa durch Blindgänger, gepanzerte Fahrzeuge und laute Geräusche –, die möglicherweise zur Verwirrung beigetragen haben.
Der Schusswechsel entstand, nachdem ein Zivilist einen bewaffneten Soldaten fälschlicherweise für eine Bedrohung gehalten und die Polizei alarmiert hatte. Als die Beamten eintrafen, kam es zum Feuergefecht, bei dem ein Feldjäger der Bundeswehr leicht verletzt wurde. Erdings Bürgermeister Maximilian Götz gab später bekannt, dass die Stadt nicht vorher über die Übung informiert worden war. Andere Regionen wie Regensburg und Deggendorf hatten ihre Bürger hingegen bereits gewarnt.
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) räumte Versäumnisse in der Abstimmung zwischen Bundeswehr und örtlicher Polizei ein. Zwar betonte er die Bedeutung solcher Übungen, versprach aber, die Koordination zu verbessern, um künftige Zwischenfälle zu vermeiden.
Der Vorfall offenbart Lücken in der Kommunikation zwischen Militär und zivilen Behörden. Nun soll eine Überprüfung der Abläufe ähnliche Fehler verhindern. Die Übung selbst wird fortgesetzt – die Verantwortlichen heben ihre Rolle für die Vorbereitung auf mögliche NATO-Verteidigungsoperationen hervor.






