Ökumenischer Neujahrsempfang in Bockhorn ruft zu Solidarität und Dialog auf
Maren WeihmannÖkumenischer Neujahrsempfang in Bockhorn ruft zu Solidarität und Dialog auf
Ökumenischer Neujahrsempfang in Bockhorn: „Zeigt eure Farben – Was Christen gemeinsam vertreten“
Der jährliche ökumenische Neujahrsempfang in Bockhorn brachte politische und religiöse Führungspersönlichkeiten unter dem Motto „Zeigt eure Farben – Was Christen gemeinsam vertreten“ zusammen. In der Pfarrkirche Mariä Heimsuchung stand die Veranstaltung im Zeichen wachsender gesellschaftlicher Spaltungen und der Rolle des Glaubens als verbindende Kraft. Rednerinnen und Redner aus katholischer und evangelischer Tradition warnten vor zunehmender Polarisierung und riefen zu Solidarität und gemeinsamen Werten auf.
Bürgermeister Lorenz Angermaier eröffnete die Diskussion mit der Mahnung, die Demokratie in Deutschland nicht als selbstverständlich zu betrachten. Er verwies auf die vertieften Spannungen zwischen den Generationen und sozialen Gruppen und forderte mehr Verständnis über die bestehenden Gräben hinweg.
Diakon Christian Weigl setzte mit einer klaren Haltung ein Zeichen und wies Resignation als Option zurück. Stattdessen rief er die Anwesenden auf, „zerbrochene Herzen zusammenzubringen“ und an Versöhnung zu arbeiten. Sein Appell prägte den Abend und unterstrich den Fokus der Veranstaltung auf die Heilung gesellschaftlicher Brüche. Landrat Martin Bayerstorfer betonte, dass jeder Einzelne Verantwortung für die Gestaltung der Gesellschaft trage. Zwar äußerte er Besorgnis über die wachsende Spaltung, vermied jedoch Pessimismus und hob stattdessen die persönliche Verantwortung beim Brückenschlag hervor.
Es folgte Volker Nickolai-Labitze vom Synodalverband des Evangelisch-Lutherischen Dekanats, der das Bild eines „Elefanten und seines Reiters“ nutzte, um die menschliche Psyche zu beschreiben. Der Elefant stehe dabei für die Emotionen, die – so Nickolai-Labitze – nicht unterdrückt, sondern durch die Vernunft gelenkt werden müssten. Diakon Martin Ringhof griff in seiner Predigt die Notwendigkeit von Solidarität auf, ohne Andersdenkende zu dämonisieren. Überzeugung, so sein Argument, dürfe nicht auf Kosten des Respekts vor anderen gehen.
Jörg Basten, Vorsitzender des Bezirkskatholikenrats, stellte fest, dass die Wahrnehmung des heutigen gesellschaftlichen Klimas stark variiere. Er plädierte für eine Rückbesinnung auf grundlegende Werte, um Konflikte konstruktiv zu bewältigen. Staatsministerin Ulrike Scharf, die ebenfalls an dem Empfang teilnahm, lobte die langjährige Zusammenarbeit zwischen Kirchen und Kommunalpolitik im Landkreis Erding. Ihre Anwesenheit unterstrich die Bedeutung der Veranstaltung als Plattform für geistliche Reflexion und bürgerliches Engagement.
Der Abend endete mit dem gemeinsamen Bekenntnis, gesellschaftliche Brüche durch Dialog und gegenseitigen Respekt zu überwinden. Zwar wurde keine Patentlösung präsentiert, doch die Veranstaltung stärkte die Überzeugung, dass Kirchen und Gemeinden Einheit aktiv vorleben müssen. Die Redner waren sich einig: Nicht Spaltung, sondern gemeinsame Werte sollten den Weg in Bockhorn und darüber hinaus weisen.






