Oberstdorfs Zukunft hängt an der Bürgermeisterwahl: Schulden, Wohnungsnot und Ski-WM 2031
Christina JunitzOberstdorfs Zukunft hängt an der Bürgermeisterwahl: Schulden, Wohnungsnot und Ski-WM 2031
Oberstdorf steht vor einer richtungsweisenden Bürgermeisterwahl, während die Gemeinde mit steigenden Schulden und Wohnungsproblemen kämpft. Drei Kandidaten – Amtsinhaber Klaus King, der erfahrene Stadtrat Martin Rees und die politische Newcomerin Chantalle Schubert – buhlen um das Amt. Im Mittelpunkt ihrer Wahlkämpfe stehen Tourismus, kommunale Entscheidungsfreiheit und die Zukunft der Gesundheitsversorgung.
Die finanzielle Lage der Stadt hat sich zu einem zentralen Thema entwickelt: Die Verschuldung wird bis Jahresende voraussichtlich 97,5 Millionen Euro erreichen. Gleichzeitig verschärft sich die Wohnungsnot – während 300 Eigentumswohnungen leer stehen, dienen 2.889 Immobilien als Zweitwohnsitze.
Alle drei Bewerber lehnen die Schließung der Inneren Abteilung des Oberstdorfer Krankenhauses ab. Einig sind sie sich auch darin, den Wintertourismus zu stärken und den Verkehr in der Innenstadt zu reduzieren.
Klaus King, der aktuelle Bürgermeister, wirbt seit dem 19. Januar bis zum 11. Februar 2026 aktiv in den Stadtteilen für seine Wiederwahl. Er argumentiert, die Austragung der Nordischen Ski-WM 2031 würde Oberstdorf weltweit bekannt machen. Seine Kandidatur wird von einer breiten Koalition aus CSU, FDP, UOL und Grünen unterstützt.
Martin Rees, langjähriges Stadtratsmitglied, befürwortet zwar die Weltmeisterschaft, möchte sie aber als "Volksfest" gestalten. Chantalle Schubert, die politische Quereinsteigerin, besteht darauf, dass die Bürger in einer Abstimmung das letzte Wort über die Ausrichtung des Großereignisses haben sollten.
Die Wahl wird entscheiden, wie Oberstdorf seine finanzielle Belastung, den Wohnraummangel und die Tourismusstrategie bewältigt. Der künftige Bürgermeister wird zudem über die Ausrichtung großer Veranstaltungen wie der Nordischen Ski-WM mitbestimmen. Einig sind sich alle Kandidaten darin, dass Kürzungen in der Inneren Medizin des Krankenhauses nicht infrage kommen.






