Münchens Olympia-Bewerbung 2030: Katalysator für die Stadtentwicklung oder teures Risiko?
Christoph Koch IIStudie sieht Olympische Spiele als "Triebkraft f"r Munichs Zukunft" - Münchens Olympia-Bewerbung 2030: Katalysator für die Stadtentwicklung oder teures Risiko?
Eine neue Studie deutet darauf hin, dass sich die Münchner Bewerbung für die Olympischen Spiele 2030 als Beschleuniger für zentrale städtische Projekte erweisen könnte. Zwar dürften die Spiele selbst der Wirtschaft kaum einen spürbaren Aufschwung bringen, doch die damit verbundenen Infrastrukturvorhaben könnten langfristige Vorteile mit sich bringen. Nun müssen Stadtverantwortliche und Forscher die möglichen Gewinne gegen die voraussichtlichen Kosten abwägen.
Die im Auftrag Münchens erstellte Untersuchung bezeichnet die Olympiabewerbung als „Katalysator für die Zukunft der Stadt“. Sie hebt 13 von 18 geplanten Maßnahmen als entscheidend für die Entwicklung Münchens hervor – unabhängig von den Spielen. Dazu zählen der Ausbau des Straßenbahnnetzes, der Bau neuer Radschnellwege und die Schaffung eines Olympischen Dorfes.
Bürgermeister Dieter Reiter unterstützt die Bewerbung und argumentiert, dass sie Projekte vorantreiben könnte, die sonst Jahre in Anspruch nehmen würden. Oliver May-Beckmann von der Beratungsfirma MCube Consulting pflichtet ihm bei: Investitionen in Verkehr, Infrastruktur und Stadtgestaltung könnten die Stadt grundlegend verändern.
Allerdings bleiben renommierte Wirtschaftsforschungsinstitute wie das ifo Institut, das IWH, das RWI Essen und das DIW skeptisch. Sie verweisen darauf, dass Olympische Spiele selten nennenswertes Wirtschaftswachstum bringen. Das ifo Institut warnt zudem, dass die Kosten fast immer die ursprünglichen Schätzungen übersteigen. Das RWI Essen ergänzt, dass nur gezielte Infrastrukturausgaben – ob spielbezogen oder nicht – tatsächlich Wachstum anregen könnten.
Die Studie selbst bestätigt, dass der eigentliche Nutzen in den begleitenden Projekten liegt, nicht in der Veranstaltung. Ohne die Olympischen Spiele würden diese Pläne zwar vermutlich trotzdem umgesetzt – allerdings in einem deutlich langsameren Tempo.
München steht nun vor der Entscheidung: Soll die Bewerbung vorangetrieben werden, um die städtische Entwicklung zu beschleunigen, oder soll man ohne sie weitermachen? Die Studie macht deutlich, dass die Spiele allein keine großen wirtschaftlichen Gewinne bringen werden. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Frage, ob die Olympischen Spiele helfen können, Infrastrukturprojekte schneller und effizienter umzusetzen.






