19 March 2026, 10:41

Münchens OB-Wahl: Reiter oder Krause – wer löst die Wohnungs- und Verkehrskrise?

Eine Menschenmenge geht eine Straße entlang, gesäumt von Zelten, Fahrzeugen und Bäumen, mit einem Bogen im Hintergrund unter einem klaren blauen Himmel und Fahnen an Masten auf der linken Seite.

Münchens OB-Wahl: Reiter oder Krause – wer löst die Wohnungs- und Verkehrskrise?

Münchens Oberbürgermeister-Wahl erreicht am kommenden Sonntag, dem 22. März, ihren Höhepunkt, wenn die Wähler zwischen Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD) und Herausforderer Dominik Krause (CSU) entscheiden. Die Stichwahl folgt auf eine knappe erste Runde, in der Reiter mit 35,6 Prozent führte, während Krause nach einem deutlichen Zuwachs an Unterstützung in den vergangenen fünf Jahren 29,5 Prozent erreichte.

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Dieter Reiter regiert seit 2021 mit Schwerpunkten auf bezahlbarem Wohnraum und öffentlichem Nahverkehr. Unter seiner Führung wurden über 20.000 neue Wohnungen genehmigt und der Ausbau der U-Bahn vorangetrieben. Kritiker – darunter Krause – werfen ihm jedoch vor, zu langsam zu handeln, und verweisen auf anhaltende Staus sowie steigende Mieten.

Krause, der Kandidat der CSU, hat mit dem Versprechen, 50.000 neue Wohnungen zu schaffen, an Boden gewonnen – vor allem durch die Umwandlung leerstehender Büros in Wohnungen. Er schlägt Studentenwohnheime mit Mieten von höchstens 450 Euro pro Monat vor und setzt sich für einen raschen Ausbau von Radwegen und öffentlichem Verkehr ein. Reiter hingegen steht Büroumwandlungen skeptisch gegenüber und betont, dass Autofahrer nicht benachteiligt werden dürften.

Auch beim Münchner Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahmenplan (SEM) gehen die Meinungen auseinander: Reiter bezeichnet ihn als gescheitert, während Krause ihn als Instrument gegen Bodenspekulation und für mehr bezahlbaren Wohnraum verteidigt. In kulturellen Fragen spricht sich Krause für die Aufnahme der Giesinger Brauerei als siebtes Oktoberfest-Bier aus, während Reiter sich nicht festlegen will. Zudem will Krause die IAA-Automobilausstellung reformieren, indem er ihre Nutzung öffentlicher Flächen verbietet – ein Vorhaben, das Reiter ablehnt.

In der Verkehrspolitik zeigen sich weitere Unterschiede. Krause plant, den Mittleren Ring innerhalb eines Jahrzehnts nur noch für Elektroautos zu öffnen und setzt trotz knapper Haushaltsmittel auf Rad- und Busverkehr. Reiter befürwortet zwar Verbesserungen im ÖPNV und Radverkehr, warnt aber davor, Autofahrer zu vernachlässigen.

Die Wahl wird entscheiden, ob München Reiter mit seinem ausgewogenen Kurs weiterfolgt oder sich Krauses ehrgeizigeren Plänen für Wohnungsbau und Verkehr zuwendet. Angesichts der drängenden Probleme wie Wohnungsmangel und Verkehrsstaus wird das Ergebnis die Entwicklung der Stadt für die kommenden Jahre prägen.

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