Münchens neues AI-Rechenzentrum katapultiert Deutschlands KI-Leistung nach vorne
Christoph Koch IIMünchens neues AI-Rechenzentrum katapultiert Deutschlands KI-Leistung nach vorne
Deutsche Telekom eröffnet Deutschlands erstes AI-Rechenzentrum in München – und steigert die nationale AI-Leistung um 50 Prozent
Die Deutsche Telekom hat in München Deutschlands erstes Rechenzentrum speziell für Künstliche Intelligenz in Betrieb genommen – und damit schlagartig die AI-Rechenkapazität des Landes um 50 Prozent erhöht. Das eine Milliarde Euro teure Projekt verwandelt einen ehemaligen Bankstandort in ein Hochtechnologie-Zentrum und lockte zur Eröffnung namhafte Unternehmen sowie hochrangige Politiker an.
Die neue Anlage erstreckt sich über sechs unterirdische Stockwerke im Tucherpark, wo einst die HypoVereinsbank ihre Daten lagerte. Nun von der Telekom angemietet, wurde das Gelände komplett umgerüstet: Über 8.000 NVIDIA-Grafikprozessoren und 75 Kilometer Glasfaserkabel wurden installiert. Die geo-redundanten Anschlüsse wurden auf 2 × 400 Gbit/s aufgerüstet, um höchste Geschwindigkeit und Ausfallsicherheit zu gewährleisten.
Der Strombedarf stieg von fünf auf 15 Megawatt – ein Zeichen für die Dimensionen des Zentrums. Die Kühlung erfolgt über das nahegelegene Eisbach-Fließgewässer, zudem sind eine kleine Wasserkraftanlage und die Nutzung der Abwärme für benachbarte Wohnungen geplant. Die Investition unterstützt Industriepartner bei der Entwicklung digitaler Zwillinge, der Simulation von Produktionsprozessen und dem Fortschritt in der Robotik.
Zur Eröffnung sicherten sich vier große Namen – Siemens AG, Agile Robots, Perplexity und PhysicsX – als Kunden oder Partner. Agile Robots hat bereits Rechenkapazitäten gebucht, sodass die Auslastung zu Beginn bei 30 bis 33 Prozent liegt. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Vizekanzler Lars Klingbeil betonten bei der Eröffnung die wirtschaftliche Bedeutung des Projekts.
Ziel der Initiative ist es, die digitale Souveränität zu stärken und mittelständischen Unternehmen den Zugang zu modernsten AI-Werkzeugen zu ermöglichen. Während unter der Erde bereits gearbeitet wird, entstehen oberirdisch auf dem Gelände der ehemaligen HypoVereinsbank und des Hilton-Hotels neue Gebäude für ein modernes Stadtviertel.
Das Münchner AI-Rechenzentrum liefert nun eine Rechenleistung von 0,5 ExaFLOPS und positioniert Deutschland als wichtigen Akteur in der industriellen AI. Mit der frühen Nutzung durch führende Unternehmen und nachhaltigen Energiekonzepten wird die Anlage zu einer zentralen Ressource für die europäische Wirtschaft. Die Milliarde Euro schwere Investition zeigt zudem, wie ehemalige innerstädtische Flächen für Spitzen-Technologie neu genutzt werden können.






