Münchens erstes gemeinsames Energiesystem nach EnWG startet am Schatzbogen
Christina JunitzMünchens erstes gemeinsames Energiesystem nach EnWG startet am Schatzbogen
München: Erstes gemeinsames Energiesystem nach Energiewirtschaftsgesetz in Betrieb genommen
Am Schatzbogen 88 in München ist ein neues gemeinsames Energieversorgungssystem fertiggestellt worden. Das Projekt ist die erste Umsetzung eines Modells, das im deutschen Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) verankert ist. Entwickelt wurde es vom Münchner Start-up Solation, das sich auf gemeinsame Energielösungen für Mehrparteiengebäude spezialisiert hat.
Die Anlage wurde am vergangenen Wochenende installiert. Sie umfasst eine 64-Kilowatt-Photovoltaikanlage auf dem Dach, die Strom für acht Mieter erzeugt – darunter Büros, Logistikflächen und Gewerbeeinheiten.
Solation arbeitete bei dem Projekt mit den Partnern M-Quadrat, Countrol und Consolinno Energy zusammen. Unterstützung erhielt das Vorhaben auch von den Stadtwerken München. Intelligente Messsysteme (iMSys) sorgen dafür, dass die Energie bedarfsgerecht verteilt wird.
Das System ermöglicht es den Mietern, zunächst den vor Ort erzeugten Strom zu nutzen. Zusätzlicher Bedarf wird über die jeweiligen Energieanbieter der Mieter gedeckt. Solation schätzt, dass 72 Prozent des Solarstroms direkt im Gebäude verbraucht werden. Die Anlage soll die Betriebskosten um 2,80 Euro pro Quadratmeter und Jahr senken.
Das Projekt ist das erste seiner Art nach Paragraf 42b des EnWG und zeigt, wie gemeinsame Energiesysteme Kosten sparen und die Effizienz steigern können. Das Gebäude profitiert nun von einer intelligenteren und nachhaltigeren Stromversorgung.
