München protestiert: Tausende fordern bezahlbaren Wohnraum und Mietendeckel
Maren WeihmannMünchen protestiert: Tausende fordern bezahlbaren Wohnraum und Mietendeckel
Tausende Demonstranten gingen am Samstag in München auf die Straße, um dringende Maßnahmen gegen die sich verschärfende Wohnungsnot in Deutschland zu fordern. Die von Mietervereinen und politischen Parteien unterstützte Kundgebung richtete sich an die Politik und verlangte strengere Mietpreisbremse sowie ein Ende der Immobilienspekulation in einer der teuersten Städte des Landes.
Fast 10.000 Menschen versammelten sich in München, dem Epizentrum der deutschen Mietenkrise, um ihrem Frust über explodierende Mieten und die Vertreibung von Mietern Luft zu machen. Die Demonstranten skandierten Parolen gegen die steigenden Kosten und den Verlust langfristiger Wohnmöglichkeiten – viele waren extra aus anderen Städten angereist, um an dem Protestmarsch teilzunehmen.
Das Bündnis hinter der Demonstration stellte fünf zentrale Forderungen auf. Dazu gehörten eine dauerhafte, bundesweite Mietpreisbegenzung, Strafen für den Leerstand von Wohnungen sowie die Vergesellschaftung von Bodenrechten. Zudem forderten die Aktivisten den vergünstigten Transfer staatlicher Gebäude an Wohnungsgenossenschaften und Kommunen, um bezahlbaren Wohnraum auszubauen.
Melanie Weber-Moritz vom Deutschen Mieterbund kritisierte die gewinnorientierte Wohnungspolitik. Wohnraum dürfe nicht als Finanzprodukt behandelt werden, sondern müsse als essenzielle soziale Infrastruktur betrachtet werden, argumentierte sie. Das Bündnis forderte außerdem einen Stopp des Verkaufs öffentlicher Immobilien an Investmentfirmen sowie einen stärkeren Schutz für den sozialen Wohnungsbau.
Obwohl die genauen Zahlen für den Verlust an Sozialwohnungen in München unklar bleiben, zeigen bundesweite Daten einen drastischen Rückgang. Deutschlandweit sank die Zahl der Sozialwohnungen von 2 Millionen im Jahr 2006 auf etwa 1 Million Ende 2023.
Die Demonstration unterstrich den wachsenden öffentlichen Druck für eine Wohnungsreform in Deutschland. Die Organisatoren wollen ihre Forderungen nun in die politische Debatte einbringen und fordern Sofortmaßnahmen, um Mietsteigerungen zu begrenzen und Mieter zu schützen. Sollten die Vorschläge des Bündnisses umgesetzt werden, könnten sie die Wohnungspolitik in München und darüber hinaus grundlegend verändern.






