Milchpreise 2026: Bio-Bauern jubeln, konventionelle Erzeuger kämpfen mit Rekordtiefs
Maren WeihmannMilchpreise 2026: Bio-Bauern jubeln, konventionelle Erzeuger kämpfen mit Rekordtiefs
Milchmärkte erleben zu Beginn des Jahres 2026 deutliche Preisschwankungen. Die Molkereigenossenschaft FrieslandCampina hat den Aufschlag für Biomilch auf über 70 Prozent erhöht, während die Benzinpreise für konventionelle Milch auf das niedrigste Niveau seit 2021 gefallen sind. Die Schere zwischen den Auszahlungspreisen für Bio- und Standardmilch hat sich in den letzten Monaten deutlich vergrößert.
Der garantierte Preis für Biomilch bei FrieslandCampina liegt im Januar 2026 bei 68 Cent pro Kilogramm – ein Anstieg um 5 Cent gegenüber Anfang 2025. Der Aufschlag für Bio-Erzeuger beträgt damit mehr als 70 Prozent, wobei die Differenz zwischen den garantierten Preisen für Bio- und konventionelle Milch bei 28,5 Cent liegt.
Gleichzeitig ist der Spotmarkt für frei gehandelte Milch eingebrochen. Die Preise sind auf unter 20 Cent pro Kilogramm gefallen und liegen damit deutlich unter den garantierten Sätzen. Der preisvergleich von FrieslandCampina für Januar-Lieferungen sank auf 39,50 Cent pro Kilogramm – der niedrigste Stand seit 2021. Das entspricht einem Rückgang um 30 Prozent innerhalb von nur vier Monaten (Januar 2025: 56 Cent). Ursache für den Preisverfall sind schwächere Erlöse bei zentralen Milchprodukten. So kostet eine Packung Markenbutter einer deutschen Marke mittlerweile nur noch 0,99 Euro pro 250 Gramm – im Vergleich zu 2,39 Euro vor einem Jahr.
Trotz der sinkenden Preise steigen die Milchanlieferungen. Anfang Dezember lag die Menge 7,5 Prozent über dem Vorjahresniveau, im Gesamtjahr gab es ein Plus von 0,8 Prozent. Auch die Biomilch-Lieferungen übertreffen die früheren Volumina. Während die konventionellen Milchpreise jedoch stark fallen, bleiben die Bio-Preise stabil. Der Rohmilchwert am Hof – berechnet auf Basis der durchschnittlichen Marktpreise für Butter und Magermilchpulver – liegt derzeit bei 35,7 Cent pro Kilogramm.
Die Milchbranche zeigt damit eine klare Zweiteilung: FrieslandCampinas Bio-Erzeuger profitieren von wachsenden Aufschlägen, während konventionelle Milchbauern mit drastischen Preiseinbrüchen kämpfen. Angesichts weiter fallender Benzinpreise und steigender Milchanlieferungen bleibt der Markt auch im Verlauf des Jahres 2026 unter Druck.






