23 January 2026, 02:53

Massive Bahn-Sperrungen in Deutschland: ÖBB warnt vor Millionenkosten und logistischem Chaos

Ein Bahnsteig mit einem Schild, das 'S-Bahn Stuttgart' und ein Logo an der Wand sowie einige Lampen an der Decke und einige Gegenstände auf der linken Seite zeigt.

Massive Bahn-Sperrungen in Deutschland: ÖBB warnt vor Millionenkosten und logistischem Chaos

Deutschlands Schienennetz steht vor massiven Einschränkungen: Zwei zentrale Strecken werden für langfristige Sanierungen gesperrt

Die Sperrungen betreffen sowohl den Personen- als auch den Güterverkehr und verursachen für die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) zusätzliche Kosten in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro. ÖBB-Chef Andreas Matthä bezeichnete die Lage für die Deutsche Bahn und deren laufende Modernisierungsbemühungen als „dramatisch“.

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Eine der meistbefahrenen Personenverkehrsstrecken – von Freilassing bei Salzburg über Rosenheim nach München – wird für sechs Monate komplett gesperrt. Die Maßnahme ist Teil dringend notwendiger Instandsetzungsarbeiten, um die veraltete DB Infrastruktur zu modernisieren. Gleichzeitig bleibt die wichtige Güterverkehrsachse von Passau in Richtung Regensburg und Nürnberg ab Februar 2023 für ein ganzes Jahr außer Betrieb.

Die langwierigen Sperrungen zwingen die ÖBB, Züge umzuleiten, was die Betriebskosten um Hundertmillionen in die Höhe treibt. Der Güterverkehr, der bereits nach Jahren der Verluste kämpft, gerät weiter unter Druck, da mehr Waren auf die Straße verlagert werden. Dieser Trend widerspricht den Klimaschutzzielen, obwohl man versucht, die Schiene wettbewerbsfähig zu halten.

Eine positive Entwicklung zeigt hingegen die neu eröffnete Koralmbahn mit ihrem 33 Kilometer langen Tunnel. Täglich nutzen rund 7.000 Fahrgäste die Strecke, was die regionale Vernetzung und Wirtschaftskraft stärkt. Die ÖBB investiert weiterhin über drei Milliarden Euro jährlich in die Schieneninfrastruktur – ein Zeichen für die starke politische Unterstützung des Ausbaus.

Doch selbst bei enger Zusammenarbeit zwischen ÖBB und Deutscher Bahn wird die vollständige Modernisierung des deutschen Schienennetzes ein Jahrzehnt in Anspruch nehmen. Die Güterverkehrssparte der ÖBB, Rail Cargo, könnte bis 2027 wieder in die Gewinnzone zurückkehren – allerdings nur, wenn der Restrukturierungsplan „Phoenix“ erfolgreich umgesetzt wird. Die Preise für Fahrkarten im Personenverkehr steigen unterdessen vorerst nur im Rahmen der allgemeinen Inflation.

Die Sperrungen werden die Belastbarkeit der ÖBB auf die Probe stellen, die mit höheren Kosten und logistischen Herausforderungen konfrontiert ist. Sowohl der Personenverkehr auf der Strecke Freilassing–München als auch der Gütertransport Richtung Nürnberg bleiben monatelang beeinträchtigt. Die Ergebnisse dieser Sanierungsarbeiten werden die Kapazitäten des deutschen Schienennetzes für die kommenden Jahre maßgeblich prägen.