Lichtblick in Bayern: Neue evangelische Kirche trotz Schließungswelle eröffnet
Laura ThanelGegen den Trend: Eine neue Kirche eröffnet in Bayreuth - Lichtblick in Bayern: Neue evangelische Kirche trotz Schließungswelle eröffnet
Im Januar 2025 wird in Bayern eine neue evangelische Kirche eröffnet – ein ungewöhnlicher Lichtblick angesichts des bundesweiten Trends von Schließungen und Einsparungen. Die Epiphanias-Kirche im Bayreuther Stadtteil Laineck wird am 6. Januar 2025 geweiht und stellt damit eine seltene Ausnahme in einer Region dar, in der immer mehr Kirchengebäude aus dem Dienst genommen werden. Das Projekt entsteht zu einer Zeit, in der viele Gemeinden mit sinkenden Mitgliederzahlen, rückläufigen Einnahmen und den hohen Kosten für die Instandhaltung alter Immobilien kämpfen.
Die Pläne für die Epiphanias-Kirche reichen fast zwei Jahrzehnte zurück. Ausschlaggebend war der dringende Bedarf, einen über 50 Jahre alten Provisoriumsbau zu ersetzen. Martin Dörnhöfer, Kuratoriumsmitglied der Lainecker Gemeinde, unterstützte die Entscheidung und verwies auf den desolaten Zustand des alten Gebäudes. Die neue Kirche ist als multifunktionales Gemeinschaftszentrum konzipiert, bietet Platz für 160 Personen und soll sowohl Gottesdienste als auch soziale Aktivitäten beherbergen.
Die Baukosten beliefen sich auf knapp 2 Millionen Euro, wobei ein Drittel von der regionalen evangelischen Landeskirche getragen wurde und die übrigen zwei Drittel von der Gemeinde aufgebracht wurden. Bevor das neue Gotteshaus seine Türen öffnet, wird die alte Kirche offiziell profaniert.
In Bayern sind Kirchenneubauten jedoch längst zur Seltenheit geworden. Die letzte Kirchweihe vor diesem Projekt fand im Dezember 2024 in Utting am Ammersee statt. Die katholischen Diözesen haben in den vergangenen Jahren ebenfalls keine größeren Neubauten in Angriff genommen, sondern konzentrieren sich auf die Bewirtschaftung bestehender Immobilien. Viele Pfarreien diskutieren mittlerweile, welche Gebäude sie sich überhaupt noch leisten können – angesichts weiter sinkender Mitgliederzahlen und rückläufiger Kirchensteuereinnahmen.
Die Epiphanias-Kirche hebt sich als Ausnahme von der Regel ab, denn in der Region überwiegen Kirchenschließungen bei Weitem die Neubauten. Angesichts wachsender finanzieller Belastungen sehen sich Gemeinden zunehmend gezwungen, ihre Gebäude zu verkleinern oder umzunutzen. Die Eröffnung in Bayreuth zeugt sowohl von langfristiger Planung als auch vom Willen einer Gemeinde, einen Ort des Glaubens lebendig zu halten.






