Leichtes Wirtschaftswachstum – doch die Industrie ächzt unter Materialknappheit
Laura ThanelLeichtes Wirtschaftswachstum – doch die Industrie ächzt unter Materialknappheit
Deutsche Wirtschaft wächst leicht – doch die Industrie kämpft mit verschärften Materialengpässen
Zu Beginn des Jahres 2026 zeigte die deutsche Wirtschaft ein moderates Wachstum, doch die Industrie leidet zunehmend unter sich verschlimmernden Lieferengpässen bei Rohstoffen. Wie offizielle Zahlen belegen, stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal im Vergleich zu den vorherigen drei Monaten um 0,3 Prozent. Hinter diesen Zahlen verbergen sich jedoch wachsende Schwierigkeiten der Unternehmen, dringend benötigte Vorprodukte und Materialien zu beschaffen.
Das Statistische Bundesamt bestätigte einen Anstieg des BIP um 0,3 Prozent gegenüber dem letzten Quartal 2025. Preis- und kalenderbereinigt entsprach das Wachstum dem gleichen Vorjahreszeitraum. Eine alternative Berechnung, die lediglich Preiseffekte berücksichtigt, zeigte sogar einen etwas stärkeren Anstieg von 0,5 Prozent.
Doch unter der Oberfläche dieses Wachstums breiten sich die Materialengpässe rasant aus. Noch im Januar 2026 gaben nur 5,8 Prozent der Industrieunternehmen an, von Lieferproblemen betroffen zu sein. Bis April war dieser Anteil bereits auf 13,8 Prozent gestiegen. Besonders hart trifft es einige Branchen.
Am stärksten betroffen ist die chemische Industrie: Hier kämpfen 31,1 Prozent der Unternehmen mit Engpässen. Es folgen die Hersteller von Gummi- und Kunststoffprodukten mit 22,9 Prozent sowie die Elektroindustrie, wo 17,2 Prozent der Betriebe Probleme melden. Selbst der Maschinenbau, der oft als stabiler gilt, verzeichnet mittlerweile bei 14,8 Prozent der Unternehmen Schwierigkeiten bei der Materialbeschaffung.
Die Krise spitzt sich weiter zu – von Monat zu Monat steigt die Zahl der Betriebe, die nicht mehr ausreichend Rohstoffe für ihre Produktion erhalten. Zwar wächst die deutsche Wirtschaft weiterhin, doch die rasant zunehmenden Lieferengpässe bergen ein klares Risiko. Unternehmen in Schlüsselsektoren sehen sich mit weitaus schwerwiegenderen Störungen der Lieferketten konfrontiert als noch zu Jahresbeginn. Bleibt die Lage unverändert, könnten Produktionsverzögerungen und steigende Kosten die künftige wirtschaftliche Entwicklung belasten.






