01 February 2026, 20:27

Landwirte protestieren gegen Preisdruck – während Aldi und Lidl Fleisch billiger machen

Eine Vitrine voller verschiedener Fleisch- und Wurstwaren in Schalen, jeweils mit Preisschildern, in einer Metzgerei mit einer Tafel im Hintergrund.

Landwirte protestieren gegen Preisdruck – während Aldi und Lidl Fleisch billiger machen

Deutsche Landwirte sind auf die Straße gegangen, um gegen sinkende Milch- und Butterpreise zu protestieren. Im Dezember 2025 blockierten einige sogar Verteilzentren von Aldi Süd, um ihrem Frust Ausdruck zu verleihen. Gleichzeitig haben Supermärkte wie Aldi und Lidl die Preise für frisches Fleisch und Wurstwaren drastisch gesenkt – was den Druck auf die Erzeuger weiter erhöht.

Die Preissenkungen erfolgen zu einer Zeit, in der der Handel höhere Tierwohlstandards vorantreibt. Für Verbraucher wie Landwirte ergibt sich damit ein zwiespältiges Bild.

Die jüngste Runde der Rabattaktionen begann Ende Januar 2026: Norma senkte die Preise für Wurstwaren um bis zu 10 %. Betroffen waren Produkte wie Jagdwurst, Bierschinken, Teewurst, Gyros, Gulasch und Hackfleisch. Aldi hatte bereits Anfang des Monats dauerhafte Preissenkungen für bestimmte Fleischprodukte angekündigt.

Doch während viele Produkte günstiger werden, steigt der allgemeine Preistrend bei Fleisch. Der Handel stellt die billigsten Angebote mit den niedrigsten Tierwohlstandards schrittweise ein. Aldi Süd wird ab Mitte Januar 2026 kein frisches Fleisch mehr aus Haltungsform 1 – der niedrigsten Stufe – anbieten. Lidl hat zudem zugesagt, den Anteil an Hähnchen- und Putenfleisch aus höherwertigen Haltungsformen bis zum selben Jahr auf mindestens 33 % zu erhöhen.

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Die Landwirte spüren die Folgen jedoch besonders hart: Von jedem Kilo Fleisch, das im Laden für 10 Euro verkauft wird, erhalten sie nur 3 Euro. Der Rest entfällt auf Verarbeitung, Transport, Handelsaufschläge und Marketing. Diese schrumpfenden Gewinnspannen haben die Wut weiter angeheizt – zumal auch die Milchpreise weiterhin fallen.

Die Umstellung auf bessere Tierwohlstandards verändert das Sortiment in den Supermärkten. REWE plant, ab 2026 das gesamte Fleischangebot auf höhere Standards umzustellen. Da es jedoch noch keine klaren Preisdaten für die Premium-Stufen Haltungsform 3 und 4 bei Aldi oder Lidl gibt, bleibt für Verbraucher ungewiss, wie sich die Kosten entwickeln werden.

Die Preiskämpfe und die Aufwertung der Tierwohlstandards verändern das Einkaufsverhalten der Deutschen. Während die Landwirte mit schrumpfenden Margen kämpfen, müssen Supermärkte Rabatte mit ethischen Beschaffungsstrategien in Einklang bringen. Kurzfristig profitieren die Verbraucher von niedrigeren Preisen – doch die langfristigen Auswirkungen auf Erzeuger und Regale bleiben abzuwarten.