Kempten senkt CO₂-Ausstoß um 600 Tonnen – doch die Mobilität bleibt Problemzone
Christoph Koch IIKempten senkt CO₂-Ausstoß um 600 Tonnen – doch die Mobilität bleibt Problemzone
Die Stadtverwaltung Kempten hat seit 2019 ihren Ausstoß an Treibhausgasen um etwa 600 Tonnen reduziert. Ein neuer Bericht hebt Fortschritte bei der Wärmeversorgung hervor, verweist aber auf anhaltende Herausforderungen bei der Mobilität der Beschäftigten. Experten fordern nun entschlossenere Maßnahmen, um die Abhängigkeit vom Verbrennermotor im Dienstverkehr zu verringern.
Das Energie- und Umweltzentrum Allgäu (EZA) hatte Kemptens Nachhaltigkeitsbilanz erstmals 2019 unter die Lupe genommen. Die Analyse benannte damals zentrale Handlungsfelder, darunter die Effizienz der Wärmeversorgung und den Verkehrssektor. Wie der Nachhaltigkeitsberater Sebastian Hartmann erklärt, gab es seither bei der Wärmeversorgung spürbare Fortschritte.
Doch die Dienstreisen der Mitarbeiter bleiben ein drängendes Problem. Jährlich legen die Stadtbediensteten 7,4 Millionen Kilometer für dienstliche Fahrten zurück – viele davon weiterhin mit Benzin- oder Dieselautos. Gleichzeitig ist die Quote der Heimarbeit gesunken, was den Bedarf an nachhaltigen Mobilitätslösungen weiter erhöht.
Der öffentliche Nahverkehr in Kempten hat sich in den vergangenen Jahren zwar verbessert. So traten im März 2024 Anpassungen im Ringbus-Netz in Kraft, und am 8. September 2025 startet ein neues ÖPNV-System. Beide Reformen versprechen direktere Verbindungen und bessere Taktungen. Dennoch fehlen seit dem Bericht von 2019 konkrete Schritte, um den Pendelverkehr der Stadtangestellten mit Verbrennern zu reduzieren.
Zwar hat Kempten bei der Senkung der Emissionen und der Modernisierung der Heizsysteme klare Fortschritte gemacht. Doch mit Millionen Kilometern, die weiterhin mit fossilen Fahrzeugen zurückgelegt werden, bleibt die Mobilität eine Schwachstelle. Um die langfristigen Klimaziele zu erreichen, wird weiteres Handeln nötig sein.






