Kasachstan will mit 40-Milliarden-Plan zum Logistikdrehkreuz der Neuen Seidenstraße werden
Christoph Koch IIKasachstan will mit 40-Milliarden-Plan zum Logistikdrehkreuz der Neuen Seidenstraße werden
Kasachstan treibt seine Pläne voran, durch umfangreiche Infrastrukturprojekte zu einem zentralen Verkehrsknotenpunkt der Neuen Seidenstraße zu werden. Der Verkehrsminister des Landes, Marat Karabajew, besuchte kürzlich Deutschland, um mit Branchenführern zusammenzutreffen und Partnerschaften für die ehrgeizigen Vorhaben zu sichern. Eine Reihe von Abkommen und Gesprächen soll nun die Transitkapazitäten erhöhen und die Verkehrsverbindungen zwischen Europa und Zentralasien modernisieren.
Während seines Deutschlandbesuchs führte Karabajew Gespräche mit führenden Transportunternehmen. Er traf sich mit Jost Lammers, dem Vorstandsvorsitzenden des Flughafens München, um über eine Ausweitung der Flugfrequenzen und die Aufwertung der Luftverkehrsdienste zwischen Schymkent und München zu beraten. Ein weiteres Treffen fand mit Stefan Bobsien, Vizepräsident von Siemens Mobility, statt, bei dem es um die Modernisierung des kasachischen Eisenbahnsektors ging.
Auch der Schienengüterverkehr stand auf der Agenda. Mit Andreas Lübs, dem Geschäftsführer von DB Cargo Eurasia GmbH, erörterte Karabajew die Verbesserung des Frachttransports zwischen der EU und Zentralasien. Die Gespräche passen zu Kasachstans übergeordnetem Ziel, den transkaspischen Korridor auszubauen, auf dem sich die Container-Transportzeiten bereits von über 50 Tagen auf nur noch 19 bis 23 Tage verkürzt haben.
Beim Global Gateway Forum in Brüssel stellte der Minister ein Investitionsprogramm im Umfang von 40 Milliarden Euro vor. Der Fünfjahresplan umfasst den Bau und die Modernisierung von Straßen, Eisenbahnen, Flughäfen und Seehäfen. Zudem skizzierte er Pläne, 22 kasachische Flughäfen sowie die Häfen von Aктаu und Kuryk für europäische Investoren zu öffnen. Darüber hinaus wurde mit der Europäischen Investitionsbank (EIB) eine Absichtserklärung unterzeichnet, um gemeinsame Projekte im Bereich der Verkehrsinfrastruktur zu fördern.
Bis 2029 erwartet Kasachstan, die Transitkapazität auf der transkaspischen Route auf 35 Millionen Tonnen zu steigern. Mit seiner Initiative für internationale Zusammenarbeit strebt das Land an, seine Position als strategische Drehscheibe im globalen Handelsnetzwerk zu festigen.
Die Modernisierungsmaßnahmen im Verkehrssektor und die neuen Partnerschaften markieren einen wichtigen Schritt in Kasachstans Bestrebungen, zu einem bedeutenden Logistikdrehkreuz zu werden. Das 40-Milliarden-Euro-Investitionsprogramm und die Vereinbarungen mit deutschen Unternehmen werden dazu beitragen, die Kapazitäten auszubauen und die Transportzeiten zu verkürzen. Diese Entwicklungen dürften in den kommenden Jahren die Handelsrouten zwischen Europa und Zentralasien weiter stärken.






