09 February 2026, 04:51

Ingolstadt erhöht Gastronomie-Gebühren um 420 Prozent – Wirte kämpfen ums Überleben

Ein Restaurant mit Holztischen und -stühlen vor einem großen Fenster, umgeben von Pflanzen und Lichtern, mit Menschen und Gebäuden draußen in Berlin, Deutschland.

Ingolstadt erhöht Gastronomie-Gebühren um 420 Prozent – Wirte kämpfen ums Überleben

Ingolstadt erhöht Gebühren für Außengastronomie um 420 Prozent – Wut bei Wirten

Die Stadt Ingolstadt hat die Gebühren für die Nutzung von Außenflächen in der Gastronomie drastisch um 420 Prozent erhöht – und damit bei lokalen Gastwirten Empörung ausgelöst. Statt wie bisher pauschal 10 Euro pro Quadratmeter und Jahr müssen Betreiber nun 6 Euro pro Quadratmeter und Monat zahlen. Viele sehen sich durch die plötzliche Kostenexplosion in ihrer Existenz bedroht. Kritiker werfen der Stadt Ingolstadt vor, die Betroffenen vor der Entscheidung nicht angehört zu haben.

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Durch die neue Gebührenregelung steigen die jährlichen Kosten für die Wirte von einst 10 Euro auf nun 72 Euro pro Quadratmeter. Michael Junker von Junkers Coffee Roasters räumt ein, dass eine moderate Erhöhung vertretbar gewesen wäre, doch die aktuelle Steigerung gehe weit über das Zumutbare hinaus. Franziska Kreuter, Inhaberin des Furtner Bräustüberl, warnt, dass viele Betriebe sich die Außengastronomie bei solchen Preisen schlicht nicht mehr leisten könnten.

Manuel Eser, Chefredakteur des Ingolstädter Tagblatts, übt scharfe Kritik am Vorgehen der Stadt Ingolstadt. Die Verantwortlichen hätten die Änderungen von Anfang an mit den Gastwirten besprechen müssen, statt sie einfach über die Betroffenen zu verhängen, so Eser. Zudem betont er, wie wichtig eine lebendige Gastronomieszene für die Attraktivität der Innenstadt sei – ihr Verlust würde das Flair Ingolstadts nachhaltig schädigen.

Mittlerweile hat der Verein Aktive City, der lokale Unternehmen vertritt, zu Gesprächen mit der Stadt aufgerufen, um einen Kompromiss zu finden. Auch Eser fordert Bürgermeister Tobias Eschenbacher zum Eingreifen auf – mit Verweis auf dessen frühere Tätigkeit als Mitinhaber eines Betriebs, der auf Außenflächen angewiesen war. Man hofft, dass seine praktischen Erfahrungen helfen könnten, die Kluft zwischen Stadtverwaltung und notleidenden Wirten zu überbrücken.

Die Gebührenerhöhung setzt die Ingolstädter Gastronomie unter enormen finanziellen Druck. Während es in anderen deutschen Städten in den vergangenen Jahren keine vergleichbaren Proteste gab, drängen die hiesigen Betriebe auf eine Einigung. Die anstehenden Verhandlungen werden zeigen, ob die Stadt Ingolstadt ihre Haltung überdenkt – oder bei den neuen Abgaben bleibt.