20 December 2025, 00:51

Ikon der Schwulenbewegung - Rosa von Praunheim verstorben

Frauen tanzen auf einer Straße mit einer Menge, einem Pfahl, einem Zelt, Bäumen und Gebäuden im Hintergrund.

Ikon der Schwulenbewegung - Rosa von Praunheim verstorben - Ikon der Schwulenbewegung - Rosa von Praunheim verstorben

Ikone der Schwulenbewegung – Rosa von Praunheim stirbt mit 83 Jahren

Ikone der Schwulenbewegung – Rosa von Praunheim stirbt mit 83 Jahren

17. Dezember 2025, 15:32 Uhr

Rosa von Praunheim, Pionier des queeren Kinos und unermüdlicher Kämpfer für Schwulenrechte, ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Sein Tod ereignete sich am Dienstagabend in Berlin – plötzlich, aber friedlich – nur wenige Tage nach seiner Hochzeit mit seinem langjährigen Lebenspartner. Mit mutigen Filmen und kompromisslosem Engagement hinterlässt er ein bleibendes Erbe in Kultur und Aktivismus.

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Von Praunheim wurde vor allem durch bahnbrechende Werke bekannt, die gesellschaftliche Normen herausforderten. Sein Film „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ (1971) avancierte zu einem Meilenstein des queeren Kinos. Später festigten Werke wie „Das Bett“ und „Rex Gildo: Der letzte Tanz“ seinen Ruf als provokanter Geschichtenerzähler.

Während der AIDS-Krise setzte er sich früh für Safer Sex ein und rettete damit vermutlich unzählige Leben. Sein Aktivismus beschränkte sich jedoch nicht auf das Kino: Er schrieb Theaterstücke wie „Hasenpupsiloch“, malte und kuratierte 2015 in Berlin gemeinsam mit dem Künstlerduo Inez & Vinoodh die Ausstellung „Nackte Männer – Nackte Tiere“. 1991 sorgte er für Schlagzeilen, als er den Talkmaster Alfred Biolek und den Komiker Hape Kerkeling live im Fernsehen outete. Diese Aktion löste eine hitzige Debatte über Privatsphäre und seinen konfrontativen Stil aus – doch sein Einfluss blieb ungebrochen. Selbst 2021 veröffentlichte er mit „Satanische Sau“ eine Komödie, in der eine Szene mit Blumen in Männergesäßen zu sehen war.

Von Praunheim betrachtete den Tod als ein „herrliches“ Erlebnis und glaubte an Sex im Jenseits. Zudem bekannte er sich zum Glauben an Reinkarnation – in der Hoffnung, als Frosch wiederzukehren. Noch Monate vor seinem Tod hatte er prophezeit, im Oktober 2023 zu sterben, und sogar ein Gemälde für sein eigenes Grab entworfen.

Sein Tod hinterlässt ein Vermächtnis aus furchtloser Kunst und aktivistischem Wirken. Von den ersten queeren Filmklassikern bis zu umstrittenen öffentlichen Aktionen prägte Rosa von Praunheim die Debatten über Sexualität und Identität wie kaum ein anderer. Seine letzten Jahre waren geprägt von der Hochzeit, neuen Werken und einem unerschütterlichen Glauben an ein Leben nach dem Tod.