Gefährliche Güterzug-Entgleisungen: Warum veraltete Bremsen das Risiko erhöhen
Christina JunitzGefährliche Güterzug-Entgleisungen: Warum veraltete Bremsen das Risiko erhöhen
Zwei Güterzugentgleisungen in Deutschland in diesem Winter haben ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Sicherheit aufgeworfen. Beide Vorfälle wurden durch gebrochene Räder verursacht, die mit veralteten Bremssystemen in Verbindung stehen. Zwar wurde niemand verletzt, doch Experten warnen, dass das Problem zu weitaus schwerwiegenderen Folgen führen könnte.
Die erste Entgleisung ereignete sich in Elze, wo ein Güterzug mit Personentransport von den Schienen abkam. Wären die Wagen umgekippt, hätten die Folgen katastrophal sein können. Ein zweiter Unfall passierte in Raubling, bei dem ein Zug Ethylenoxid transportierte – eine hochentzündliche und giftige Chemikalie.
Die meisten Güterwaggons sind noch immer mit Klotzbremsen ausgestattet, die Räder zum Brechen bringen können, wenn sie nicht richtig lösen. Die Umstellung auf Verbundstoff-Bremsklötze ("LL-Bremssohlen") hat das Problem verschärft, da sie die Wärmeableitung verringern und so das Risiko von Rissen erhöhen. Experten hatten diese Gefahren bereits vor über einem Jahr angemahnt, doch es wurden kaum Konsequenzen gezogen.
Kontrollen der Güterwaggons bleiben selten: Prüfungen sind erst nach 660.000 Kilometern oder alle acht Jahre vorgeschrieben. Lockere Vorschriften in ganz Europa ermöglichen es, dass viele ältere, risikoreiche Waggons ohne strengere Aufsicht weiter im Einsatz bleiben. Gleichzeitig dominieren Investmentfirmen wie BlackRock die Branche – Kritiker befürchten, dass Kostensenkungen Vorrang vor Sicherheitsmodernisierungen haben könnten.
Die beiden Entgleisungen verursachten erhebliche Sachschäden, glücklicherweise jedoch keine Verletzungen. Doch die anhaltende Nutzung problematischer Bremssysteme und lascher Kontrollregeln machen die Güterverkehrsnetze anfällig. Ohne strengere Vorschriften oder Maßnahmen der Branche bleibt das Risiko künftiger Unfälle hoch.






