Feneberg kämpft ums Überleben und beantragt Schutzschirmverfahren nach jahrelanger Krise
Maren WeihmannFeneberg kämpft ums Überleben und beantragt Schutzschirmverfahren nach jahrelanger Krise
Feneberg Lebensmittel GmbH beantragt Schutzschirmverfahren nach Jahren der finanziellen Kämpfe
Das familiengeführte Unternehmen Feneberg Lebensmittel GmbH hat nach jahrelangen finanziellen Schwierigkeiten ein Schutzschirmverfahren beantragt. Trotz wiederholter Umstrukturierungsversuche steht das Traditionsunternehmen nun an einem entscheidenden Wendepunkt. Sowohl Mitarbeiter als auch Führungskräfte haben Opfer gebracht, um den Betrieb am Laufen zu halten – doch die anhaltenden Herausforderungen zwangen das Unternehmen nun zu diesem Schritt.
Die finanziellen Probleme von Feneberg haben tiefe Ursachen: Ein ineffizientes Filialnetz und der Zusammenbruch der hauseigenen Fleischerei-Sparte Allgäu Fresh Foods belasteten das Unternehmen schwer. Selbst eine zweistellige Millioneninvestition der Eigentümerfamilie konnte die Krise nicht abwenden. Die Belegschaft hatte bereits durch Lohnverzicht und den Verzicht auf Boni zur Entlastung beigetragen, während die Geschäftsführung 2023 und 2024 die Gehälter um fünf Prozent erhöhte, um sie an Branchenniveau anzupassen.
Um die Kosten zu senken, hat Feneberg bereits interne Dienstleistungen an den Genossenschaftspartner Edeka ausgelagert. Nun sind weitere Umstrukturierungen geplant, darunter ein schlankeres Filialnetz und eine verkleinerte Zentrale in Kempten. Gleichzeitig prüft die Führung Partnerschaften mit Finanzinvestoren, Kreditinstituten und der Kupfer Holding SE – die zuvor Allgäu Fresh Foods übernommen hatte –, um die Zukunft des Unternehmens zu sichern. Die Ver.di-Vertreterin Manuela Karn kritisierte das Krisenmanagement und stellte die Fähigkeit der Führung in Frage, das Unternehmen zu stabilisieren. Die Gewerkschaft pocht darauf, möglichst viele Arbeitsplätze und Standorte zu erhalten, und fordert von der Geschäftsführung einen klaren, nachhaltigen Plan.
Mit dem Antrag auf Schutzschirmverfahren beginnt für Feneberg eine weitere Phase im Kampf ums Überleben. Nun muss das Unternehmen beweisen, dass es sich erfolgreich restrukturieren kann, ohne Mitarbeiter und Betrieb zu gefährden. Entscheidend wird sein, neue Investitionen zu sichern und Sparmaßnahmen umzusetzen, ohne die Stabilität weiter zu untergraben.






