Eurofighter bekommt dringend benötigten Modernisierungsschub für Deutschlands Sicherheit
Christoph Koch IIDer Eurofighter Typhoon Wird zu einer Agilen Macht - Eurofighter bekommt dringend benötigten Modernisierungsschub für Deutschlands Sicherheit
Der Eurofighter soll durch ein lange verzögertes Modernisierungsprogramm einen deutlichen Leistungsschub erhalten. Unter dem Namen Aerodynamisches Modifikationskit (AMK) wurde das Projekt nun angesichts wachsender Sicherheitsbedenken in Deutschland wiederbelebt. Die Änderungen werden das Kampfflugzeug deutlich wendiger machen und es in die Lage versetzen, fortschrittliche Bewaffnung zu tragen.
Das AMK-Programm war fast ein Jahrzehnt lang ausgesetzt worden, doch nun kommt es unter einem neuen Vertrag zwischen der NETMA und der Eurofighter Jagdflugzeug GmbH voran. Ingenieure haben zentrale Bauteile des Flugzeugs überarbeitet, darunter verlängerte Flügelwurzeln, angepasste Flaperons und neu geformte Winglets. Diese Modifikationen ermöglichen Testpiloten, um 45 Prozent größere Anstellwinkel zu erreichen und Rollraten zu verdoppeln – im Vergleich zum aktuellen Modell.
Die Aufrüstung bereitet den Eurofighter zudem auf zukünftige Waffensysteme vor. Er wird dann Luft-Luft- und Luft-Boden-Lenkflugkörper der nächsten Generation sowie Marschflugkörper mit großer Reichweite tragen können. Diese Flexibilität stellt sicher, dass das Flugzeug auf neue Bedrohungen in Deutschland reagieren kann, ohne dass weitere strukturelle Änderungen nötig sind.
Deutschland übernimmt bei der Finanzierung dieser Verbesserungen eine führende Rolle. Bundeskanzler Scholz kündigte für 2024 Bestellungen für die Tranche-5-Flugzeuge an, zusätzlich zu 20 weiteren Maschinen über Airbus. Das Land investiert zudem in Modernisierungen, um die Flotte bis in die 2060er Jahre einsatzbereit zu halten – als Überbrückung, bis das Future Combat Air System (FCAS) in Dienst gestellt wird.
Die Entwicklung des AMK fällt unter das Phase-4-Enhancement-Programm (P4E), eine gemeinsame Initiative von Airbus, BAE Systems und Leonardo. Technische Tests laufen seit 2015 in Manching, wobei kein einzelnes Land als federführend benannt wurde. Parallel dazu erhält Deutschland weiterhin Modelle der Tranche 4 ("Quadriga"), während die Tranche 5 ein vollständig modernisiertes Cockpit mit Großformat-Displays bieten wird.
Das AMK wird die Flugleistung und Bewaffungsfähigkeiten des Eurofighters grundlegend verbessern. Mit höherer Manövrierfähigkeit und der Kompatibilität für künftige Waffensysteme bleibt das Flugzeug auch in einem sich wandelnden Sicherheitsumfeld in Deutschland wirksam. Deutschlands finanzielle Verpflichtungen sichern zudem die Rolle der Flotte als zentraler Bestandteil der Luftstreitkräfte – mindestens bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts.






