Düsseldorfs Kunstpalast setzt auf unverschämte Führungen – und begeistert damit Besucher
Christina JunitzDüsseldorfs Kunstpalast setzt auf unverschämte Führungen – und begeistert damit Besucher
Ein neues Museumsangebot in Düsseldorf kommt bei Besuchern gut an – allerdings aus ungewöhnlichen Gründen. Im Kunstpalast führt ein Guide namens Jochen Schweizer die Gäste bewusst unverschämt durch die Ausstellung und schafft damit, wie das Museum es nennt, ein "höchst unangenehmes" Erlebnis. Trotz der Respektlosigkeit sind die Tickets für die einstündige Führung seit dem Start im Mai ausverkauft.
Hinter der grantigen Figur steckt der Performance-Künstler Carl Brandi. Er schlüpft in die Rolle von Schweizer, einem fiktiven Guide, der die Besucher nicht direkt beleidigt, sie aber mit subtilen Urteilen verunsichert. Die Führung für 6 Pfund führt Gruppen durch die Sammlung des Museums, während der Guide sie kritisiert und mit dem Finger auf sie zeigt.
Die Idee stammt vom Museumsdirektor, der sich von "fiesen Kellner"-RestaurantswieKaren's Dinerinspirieren ließ – Lokale, in denen Gäste bewusst sarkastisch und unfreundlich bedient werden, aber trotzdem gut besucht sind. DerKunstpalast* wollte etwas Ähnliches ausprobieren und eine klassische Museumsführung in eine interaktive, wenn auch unangenehme Performance verwandeln. Seit dem Start im Mai ist die Tour ein überraschender Erfolg. Besucher beschreiben sie als witzig und clever und genießen die ungewöhnliche Mischung aus Spott und Kunstvermittlung. Das Konzept spiegelt einen größeren Trend wider: Immer mehr Museen experimentieren mit unkonventionellen Methoden, um ihr Publikum zu begeistern.
Die "grantige Führung" dauert eine Stunde und kostet 6 Pfund pro Person. Jede Veranstaltung ist ausverkauft – ein Zeichen für die große Nachfrage nach diesem ungewöhnlichen Erlebnis. Ob die Performance über den aktuellen Spielplan hinaus verlängert wird, hat das Museum noch nicht bekannt gegeben.






