23 March 2026, 12:27

Deutschlands Suche nach dem perfekten Atommüll-Endlager erreicht entscheidende Phase

Eine Karte von Stuttgart, Deutschland, die eine vorgeschlagene Standortposition hervorhebt, mit Text oben und unten auf dem Bild.

Deutschlands Suche nach dem perfekten Atommüll-Endlager erreicht entscheidende Phase

Deutschland lagert derzeit mehr als 130.000 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktiven Abfall in mehreren Zwischenlagern. Diese Einrichtungen, die von der Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) betrieben werden, bieten jedoch nur vorübergehenden Schutz, während nach einer dauerhaften Lösung gesucht wird. Die Suche nach einem tiefengeologischen Endlager – gesetzlich vorgeschrieben, um die Sicherheit für eine Million Jahre zu gewährleisten – ist nun in eine entscheidende Phase eingetreten.

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Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) koordiniert die Suche nach einem geeigneten Standort für hochradioaktiven Abfall. Im Herbst 2020 veröffentlichte sie erste Teilgebiete mit günstigen geologischen Bedingungen. Nach mehreren Bewertungsstufen hat die BGE die Suche mittlerweile auf etwa 25 Prozent der Fläche Deutschlands eingegrenzt. Regionen in Niedersachsen, Bayern und Rheinland-Pfalz sind bereits ausgeschlossen worden.

Bis 2027 wird die BGE die am besten geeigneten Standortregionen festlegen, wobei sie sich auf Gebiete der Kategorie A konzentriert und Kategorie-B-Standorte ausschließt. Das Endlager muss strenge Sicherheitsauflagen erfüllen, da Zwischenlager weder für Menschen noch für die Umwelt langfristigen Schutz bieten. Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) überwacht die Genehmigung und Kontrolle dieser Zwischenlager.

Die Herausforderung wächst, da Deutschland bis 2080 mit zusätzlichen 10.500 Tonnen hochradioaktivem Abfall aus abgebrannten Brennelementen rechnet. Derzeit lagern 16 Zwischenlager – meist an ehemaligen Atomkraftwerken – diesen Abfall. Die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) unterstützt die Behörden bei der Risikobewertung und der Prognose möglicher Gefahren für die Lagersicherheit.

Die unterirdische Tiefenlagerung bleibt nach dem Standortauswahlgesetz die einzige langfristig tragfähige Lösung. Bis dahin werden die Zwischenlager weiterhin Abfall aufnehmen, darunter auch Lieferungen aus dem Vereinigten Königreich und Frankreich.

Die laufenden Bewertungen der BGE werden die deutsche Strategie zur Entsorgung von Atommüll über Jahrzehnte prägen. Ein Endlager muss, sobald es ausgewählt ist, Sicherheit für eine Million Jahre garantieren. Bis dahin bleibt die Zwischenlagerung eine vorübergehende, aber unverzichtbare Maßnahme auf dem Weg zu einer endgültigen Lösung.

Quelle