Deutschlands letzter Siliziumhersteller RWE stellt 2025 die Produktion ein
Maren WeihmannDeutschlands letzter Siliziumhersteller RWE stellt 2025 die Produktion ein
Letzter deutscher Siliziumhersteller stellt 2025 Produktion ein: Steigende Energiekosten und chinesische Importe beenden Fertigung
Ankündigung Mitten in der Rohstoffkrise stellt der letzte deutsche Siliziumhersteller, RWE, seinen Betrieb endgültig ein. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (Freitagsausgabe) berichtet, wird RWE Silicium im bayerischen Pocking bis zum 31. Dezember 2025 schließen. "Wir mussten diese Entscheidung treffen, weil es für den Standort letztlich keine wirtschaftliche Perspektive mehr gab", erklärte Heinz Schimmelbusch, der [...]
Artikel Deutschlands letzter Siliziumhersteller, RWE Silicium, wird zum 31. Dezember 2025 seine Tore schließen. Die Schließung erfolgt nach drei Jahren vergeblicher Versuche, das Unternehmen zu retten. Explodierende Energiekosten und der harte Wettbewerb durch chinesische Importe haben die Produktion unwirtschaftlich gemacht.
Die 110 Beschäftigten des Unternehmens werden am 12. Dezember 2025 offiziell über die Stilllegung informiert. Jahrelang kämpfte RWE Silicium mit stark gestiegenen Strompreisen, die sich durch die Energiekrise nach Russlands Angriff auf die Ukraine weiter verschärften. Das Werk in Pocking, das einst 30.000 Tonnen metallurgisches Silizium pro Jahr produzierte, verkaufte sein Produkt zeitweise bis zu 40 Prozent unter den Herstellungskosten – bedingt durch schwache Nachfrage und billige Konkurrenz aus China.
Der Niedergang von RWE Silicium ist Teil eines größeren Rückgangs der Siliziumproduktion im Westen. Bereits 2021 schloss Wacker Chemie sein Polysiliziumwerk in Tennessee wegen geringer Margen und hoher Energiekosten. REC Silicon stellte seine US-Standorte zwischen 2019 und 2021 still, während Elkem die Produktion aufgrund schwacher Nachfrage drosselte. Auch Ferroglobe reduzierte in dieser Zeit die Ausbringung und machte Überkapazitäten sowie teure Energie für die Entscheidung verantwortlich.
Selbst die PCC Group mit Sitz in Duisburg legte 2025 ihr isländisches Siliziumwerk vorübergehend still und entließ über 100 Mitarbeiter. Das Unternehmen warf chinesischen Herstellern unfaire Wettbewerbsbedingungen vor und reichte beim isländischen Industrieministerium eine Anti-Dumping-Beschwerde ein. PCC schließt eine Wiederaufnahme der Produktion bei verbesserten Marktbedingungen jedoch nicht aus.
Unterdessen drängen die deutsche Bundesregierung und die EU-Kommission auf eine größere Unabhängigkeit in den Rohstofflieferketten. Die Sorgen über Chinas Marktbeherrschung und Exportbeschränkungen wachsen, während die westliche Produktion weiter schrumpft.
Die Schließung von RWE Silicium markiert das Ende der heimischen Siliziumfertigung in Deutschland. Angesichts weiterhin hoher Energiekosten und preislich unterbietender Importe aus China bleibt die Zukunft der Branche in Europa ungewiss. Die EU-Bemühungen um lieferkettenpolitische Souveränität könnten ohne tragfähige Alternativen vor weitere Herausforderungen gestellt werden.






