07 June 2026, 14:22

Deutschland verpasst EU-Frist für Lohntransparenz – und riskiert Strafen aus Brüssel

Deutschland verstößt gegen EU-Regeln zur Lohngleichheit

Deutschland verpasst EU-Frist für Lohntransparenz – und riskiert Strafen aus Brüssel

Deutschland hat die EU-Frist zur Einführung neuer Lohntransparenzgesetze verpasst. Das Land hätte die Vorschriften bis Montag, den 10. Juni 2024, umsetzen müssen, doch dies ist bisher nicht geschehen. Durch die Verzögerung bleiben Arbeitnehmende ohne stärkere Rechte auf Gehaltsinformationen – und es droht ein Vertragsverletzungsverfahren der Brüsseler Behörde.

Die Lohntransparenzrichtlinie der EU zielt darauf ab, die Entgeltungleichheit in den Mitgliedstaaten zu bekämpfen. Mit den Reformen hätten Beschäftigte das Recht erhalten, durchschnittliche Gehaltsangaben für vergleichbare Positionen, aufgeschlüsselt nach Geschlecht, anzufordern. Unternehmen mit 100 oder mehr Mitarbeitenden müssten zudem regelmäßig Berichte über ihre geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede veröffentlichen.

Auch für Arbeitgeber ergeben sich neue Pflichten: Sie müssen künftig von vornherein Startgehälter in Stellenausschreibungen angeben und dürfen Bewerber:innen nicht mehr nach früheren Einkommen fragen. Der aktuelle Gender-Pay-Gap in Deutschland liegt bei 15,6 Prozent – und damit über dem EU-Durchschnitt von 11,1 Prozent.

Die Bundesregierung plant nun, die Regeln Anfang 2027 in Kraft zu setzen, wobei die ersten Berichtspflichten im Juni 2028 fällig wären. Doch die Verzögerung stellt bereits einen Verstoß gegen EU-Recht dar. Die Europäische Kommission könnte daher ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Berlin einleiten.

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Die verpasste Frist bedeutet, dass Arbeitnehmende in Deutschland länger auf bessere Lohntransparenz warten müssen. Ohne die neuen Gesetze sind Arbeitgeber noch nicht an die strengeren Offenlegungsvorschriften gebunden. Die nächsten Schritte der Europäischen Kommission werden zeigen, ob Deutschland für die Verzögerung mit Sanktionen rechnen muss.

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