28 January 2026, 13:10

Deutsche Bischofskonferenz wählt neuen Vorsitzenden in entscheidender Phase der Kirchenkrise

Ein historisches Dokument mit einer Zeichnung einer Kirche, umgeben von Bäumen unter einem klaren blauen Himmel, mit Text aus dem ersten Entwurf der deutschen Verfassung.

Bischöfliches Treffen: Neuer Leiter soll Einheit sicherstellen - Deutsche Bischofskonferenz wählt neuen Vorsitzenden in entscheidender Phase der Kirchenkrise

Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) trifft sich Ende Februar in Würzburg zu ihrer Frühjahrsvollversammlung. Die Tagung markiert einen entscheidenden Moment, da die Bischöfe einen neuen Vorsitzenden wählen werden, der Georg Bätzing ablösen soll. Sein Rücktritt erfolgt nach einer Phase tiefer Krise innerhalb der deutschen Kirche, die durch eine bahnbrechende Missbrauchsstudie ausgelöst wurde, die während seiner Amtszeit veröffentlicht wurde.

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Die anstehende Wahl findet zu einer Zeit statt, in der die Spaltungen unter den Bischöfen immer deutlicher zutage treten. Einige hatten den Synodalen Weg offen kritisiert, einen Reformprozess, der von der DBK und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) als Reaktion auf die Missbrauchsskandale initiiert wurde. Die Wiederherstellung der Einheit innerhalb des Episkopats wird nun eine zentrale Herausforderung für den künftigen Vorsitzenden sein.

Georg Bätzing prägte seine Amtszeit als DBK-Vorsitzender mit dem Bemühen, die Missbrauchskrise der Kirche aufzuarbeiten. Sein Hauptanliegen war es, die systemischen Ursachen von Missbrauch zu bekämpfen und durch größere Transparenz neues Vertrauen aufzubauen. Unter seiner Führung wurde der Synodale Weg als gemeinsame Initiative von DBK und ZdK eingeführt, stieß jedoch auf Widerstand aus Teilen des Episkopats.

Ein zentrales Ergebnis dieser Reformen ist der vorgeschlagene Synodale Rat, der 27 Diözesanbischöfe, 27 Vertreter des ZdK und 27 weitere von der Synodalversammlung gewählte Mitglieder umfassen soll. Doch der Prozess hat Spannungen offengelegt, da einige Bischöfe die Ausrichtung der Reformen infrage stellen. Während der Veränderungen wurde stets betont, wie wichtig ein offener Austausch mit dem Vatikan sei.

Mit der Wahl im Februar rücken Spekulationen über mögliche Kandidaten in den Hintergrund. Anders als in manchen Organisationen vermeidet die DBK traditionell eine öffentliche Diskussion über Führungskandidaten vor der Abstimmung. Stattdessen liegt der Fokus auf dem dringenden Bedarf, dass der nächste Vorsitzende die internen Gräben überbrückt und die Kirche durch die anhaltenden Reformen führt.

Das Würzburger Treffen wird entscheiden, wer die DBK in ihre nächste Phase führt. Der neue Vorsitzende muss sich sowohl mit dem Erbe der Missbrauchskrise als auch mit den Rissen innerhalb der Bischofskonferenz auseinandersetzen. Ein geschlossener Ansatz wird entscheidend sein, während die Kirche ihre Reformbemühungen vorantreibt und gleichzeitig den Dialog mit dem Vatikan sucht.