Deutsche Bahn in der Kritik: Sicherheitsrisiken bei chinesischen E-Bussen von BYD
Christina JunitzDeutsche Bahn in der Kritik: Sicherheitsrisiken bei chinesischen E-Bussen von BYD
Deutsche Bahn's jüngster Bus-Deal entfacht Debatte über Sicherheit und Kosten
Der aktuelle Auftrag der Deutschen Bahn für Reisebusse hat eine Kontroverse über Sicherheitsrisiken und wirtschaftliche Aspekte ausgelöst. Die Vereinbarung umfasst fast 200 elektrische Fernbusse des chinesischen Herstellers BYD sowie eine deutlich größere Bestellung beim deutschen Unternehmen MAN. Kritiker – darunter Politiker und Sicherheitsexperten – hinterfragen, ob die chinesischen Fahrzeuge anfällig für Fernzugriffe sein könnten.
Die Diskussion begann, nachdem die Deutsche Bahn einen Teil ihrer Bus-Ausschreibung an BYD vergeben hatte, wobei die geringeren Gesamtbetriebskosten als entscheidendes Kriterium genannt wurden. Zwar sicherte sich MAN etwa 95 Prozent des Auftragsvolumens, doch der kleinere Deal mit BYD stand sofort in der Kritik.
Die Sicherheitsbedenken verschärften sich nach Untersuchungen in Oslo, wo Behörden feststellten, dass bestimmte chinesische Fahrzeugmodelle theoretisch über die Software Fernzugriffe ermöglichen könnten. Politiker wie der CDU-Außenexperte Roderich Kiesewetter warnten vor potenziellen Risiken, darunter Manipulationen aus der Ferne. Er forderte die Deutsche Bahn auf, den Kauf zu überdenken, und verwies auf weiterreichende sicherheitspolitische und wirtschaftspolitische Folgen. BYD wies die Vorwürfe zurück und betonte, dass seine Fahrzeuge internationale Vorschriften erfüllten und über keine Funktionen für Fernabschaltungen verfügten. Auch die Deutsche Bahn wies die Kritik zurück und versicherte, dass alle Busse deutsche Zulassungsstandards einhielten und strengen Sicherheitsprüfungen unterlägen.
Der Streit spiegelt größere Herausforderungen im europäischen Industriesektor wider. Kritiker argumentieren, dass staatlich unterstützte Unternehmen bei Großaufträgen zunehmend internationale Anbieter bevorzugten – mit unklaren Langzeitfolgen für die kritische Infrastruktur.
Trotz der Gegenwehr hält die Deutsche Bahn an ihrem Vergabeverfahren fest, das sie als gründlich und regelkonform bezeichnet. Die BYD-Busse bleiben vorerst Teil der Flotte, während die Debatten über Sicherheit, Kosten und Industriepolitik anhalten. Das Ergebnis könnte künftige Entscheidungen über Verkehrsverträge in ganz Europa prägen.






