DB-Chef Nagl lehnt Sonderkonditionen für Italos Deutschland-Einstieg ab
Christina JunitzDB-Chef Nagl lehnt Sonderkonditionen für Italos Deutschland-Einstieg ab
Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO, warnt davor, dem italienischen Bahnanbieter Italo bei dessen Einstieg in den deutschen Fernverkehr Sonderkonditionen einzuräumen. Vor dem für 2028 geplanten Markteintritt des Unternehmens bezeichnete er Vorschläge für eine befristete „New-Entrant-Klausel“ als rechtlich riskant und kaum umsetzbar.
Nagl kritisierte die Idee einer zeitweiligen Sonderregelung zugunsten von Italo als „höchst prekär“ und mit dem EU-Recht kaum vereinbar. Er prognostizierte, dass Gerichte eine solche Klausel innerhalb von 18 Monaten kippen könnten – mit jahrelangen Rechtsstreitigkeiten als Folge. Ein solcher Schritt, so seine Argumentation, würde mehr Probleme schaffen als lösen.
Auch kurzfristige Zwangsmaßnahmen wies er als unpraktikabel zurück. Die alten, mehrjährigen Rahmenverträge aus dem Jahr 2017 seien schließlich an ihrer Komplexität und rechtlichen Mängeln gescheitert, erinnerte Nagl. Eine neue, EU-weite „Kapazitätsverordnung“, die verbindliche rechtliche Strukturen schaffen soll, tritt erst 2031 in Kraft.
Als Infrastrukturdienstleister betonte Nagl, die DB InfraGO sei neutral darüber, welche Bahnunternehmen das Netz nutzen. „Uns ist die Farbe der Züge egal“, sagte er. Sein Fokus liege stattdessen auf fairen Wettbewerbsbedingungen, von denen letztlich die Fahrgäste profitieren würden.
Nagls Warnungen unterstreichen die rechtlichen und praktischen Hürden, vor denen Italos Expansion nach Deutschland steht. Ohne stabile Regelungen könnten Sonderkonditionen langwierige Klagen auslösen. Die für 2031 geplante EU-Verordnung gilt nun als Schlüssel zur Klärung der langfristigen Zugangsregeln.






