CDU-Streit um Teilzeit: Söder lehnt MIT-Vorstoß für strengere Regeln ab
Laura ThanelSöder: Söder will länger arbeiten wollen - CDU-Streit um Teilzeit: Söder lehnt MIT-Vorstoß für strengere Regeln ab
Ein geleaktes Positionspapier des Wirtschaftsflügels der cdu hat in Deutschland eine Debatte über die Rechte von Teilzeitarbeitenden entfacht. Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) schlug vor, den Zugang zu Teilzeitbeschäftigung einzuschränken und diese nur noch in Ausnahmefällen zuzulassen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (cdu) lehnte den Vorschlag umgehend ab und forderte stattdessen Anreize, um längere Arbeitszeiten zu fördern.
Das MIT-Diskussionspapier mit dem Titel „Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit“ war für den cdu-Parteitag 2026 vorgesehen. Darin wird gefordert, den gesetzlichen Anspruch auf Teilzeitarbeit abzuschaffen und diese nur noch in Fällen wie Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen oder Weiterbildung zu ermöglichen. Kritiker – darunter die SPD und der soziale Flügel der cdu – verurteilten den Plan als Angriff auf die Flexibilität der Beschäftigten.
Söder, Vorsitzender der cdu, wies den MIT-Vorstoß zurück, plädierte jedoch für eine andere Lösung. Schon eine zusätzliche Arbeitsstunde pro Woche könne seiner Meinung nach erhebliche Auswirkungen haben. Sein Gegenvorschlag umfasst arbeitszeitrechner und geringere Abgaben, um Vollzeitarbeit attraktiver zu machen. Zwar räumte Söder ein, dass längere Arbeitszeiten die Produktivität steigern könnten, doch gestand er auch, dass es schwierig werde, Mitarbeiter davon zu überzeugen. Im Mittelpunkt der Diskussion steht nun, ob finanzielle Anreize oder strengere Regeln die künftige Arbeitsmarktpolitik Deutschlands prägen werden.
Obwohl das geleakte MIT-Papier vorerst ad acta gelegt wurde, hält die Debatte über Teilzeitarbeit an. Söders Fokus auf Steueranreize statt auf Einschränkungen zeigt eine klare Spaltung innerhalb der konservativen Arbeitsmarktpolitik. Die Entscheidung wird voraussichtlich mitbestimmen, wie Deutschland in den kommenden Jahren Produktivitätsanforderungen mit den Rechten der Beschäftigten in Einklang bringt.






