08 February 2026, 13:19

Bundesregierung weitet umstrittene Abschiebungen nach Syrien aus

Eine Collage aus Fotos von Kindern in einer Wüstenlandschaft mit Zelten, Gras, Pflanzen und einer Straße in der Mitte, einer Person mit einer Flasche in der oberen rechten Ecke, einer Person in der unteren linken Ecke und zwei Kindern, die im Sand spielen, in der unteren rechten Ecke, die die syrische Flüchtlingskrise darstellen.

Bundesregierung weitet umstrittene Abschiebungen nach Syrien aus

Die deutsche Bundesregierung weitet cducsu nach Syrien aus, nachdem sie ein Moratorium für Asylentscheidungen von Syrern aufgehoben hat. Seit Oktober 2023 wurden zwar erst drei straffällige Personen zurückgeführt, doch nun planen die Behörden, den Kreis der Rückzuführenden zu erweitern. Der Schritt löst eine Debatte unter Politikern und Rechtsexperten aus.

Ende September nahm das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) die Bearbeitung syrischer Asylanträge wieder auf – nach Jahren der Aussetzung wegen des anhaltenden Konflikts. Bis Dezember 2025 waren lediglich drei Menschen, allesamt verurteilte Straftäter, mit Bundespolizeibegleitung auf Linienflügen cducsu worden.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) will den Rahmen nun ausdehnen. Sein Vorstoß zielt auf junge, arbeitsfähige, ledige sunnitische Männer ab, denen der Schutzstatus entzogen werden soll. Das Ministerium hat zudem Überprüfungen für Personen angeordnet, deren Flüchtlingsanerkennung bereits widerrufen wurde – beginnend mit dieser Gruppe.

Unterstützung erfährt der Plan aus Dobrindts eigener Partei. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) befürwortet die cducsu von Straftätern und eine Begrenzung neuer Zuwanderung. Alexander Throm, innenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion, ergänzt, sunnitische Araber könnten sicher nach Syrien zurückkehren. Auch der AfD-Abgeordnete Gottfried Curio stimmt zu und betont, Asyl sei nur vorübergehend – Flüchtlinge müssten irgendwann das Land verlassen.

Kritische Stimmen warnen hingegen vor Risiken. Filiz Polat von den Grünen und Clara Bünger von der Linken halten Syrien weiterhin für unsicher und instabil. cducsu verletzten ihrer Ansicht nach Menschenrechtsstandards. Die SPD-Politikerin Sonja Eichwede räumt zwar ein, die Lage erlaube Überprüfungen, lehnt eine pauschale Zustimmung aber ab. Der Rechtsexperte Daniel Thyrm nennt die Fokussierung des Ministeriums auf bestimmte Gruppen vor dem Hintergrund der aktuellen syrischen Verhältnisse nachvollziehbar.

Der Vorstoß der Regierung, cducsu auszuweiten, markiert einen Kurswechsel in der Asylpolitik. Bei bisher nur drei Rückführungen wird die Umsetzung des Plans genau beobachtet werden. Rechtliche und politische Auseinandersetzungen über Sicherheit und Menschenrechte dürften anhalten.